Ausstellungen: Hamburg , 2005

Hajo Schiff

Rückkehr ins All

Kunsthalle – Galerie der Gegenwart, 23. 9. 2005 – 12. 2. 2006

Unmöglich, von dieser Ausstellung nicht angezogen zu sein. Denn ein „Schwarzes Loch“ besetzt den Lichthof des Ungers-Baus der Hamburger Kunsthalle. Neonröhren und Stühle, Toaster, Koffer, Zelt und Schlauchboot sind schon strahlenförmig in das Zentrum der Großskulptur von Björn Dahlem gestürzt. Sie ist in der leeren Mitte der Architektur ein guter Auftakt zur Ausstellung zum Thema Weltraum. In sachlicher Erinnerung eingeleitet von einer historischen Bilddokumentation aus dem SPIEGEL-Archiv, machen die Künstler reichlich Gebrauch vom Mittel der Umkontextualisierung: Die Sci-Fi-Postermalerei tritt bei Glenn Brown als ernsthaftes Gemälde auf, der in dramatischen Ton gehaltene Werbefilm einer Weltraumdienste anbietenden russischen Firma outet sich selbst und die Armaturen der Klimaanlage der Galerie der Gegenwart in einem kleinen Funktionsraum werden durch neue Lichtsetzung, unterschwellige Vibrationen und das hinzugefügte Zitat der Türformen aus „2001 – Odyssee im Weltraum“ durch Beate Engl zum Teil eines Millionen Meilen entfernten Raumschiffs.

Die Kuratoren Markus Heinzelmann und Christoph Hinrich präsentieren 20 Künstlerinnen und Künstler einer Generation, die selbstverständlich mit den Serien von „Star Trek“ und den Wiederholungen von Stanley Kubricks bahnbrechenden Film „2001“ aufgewachsen ist, eine Generation, die sich zudem gut vorstellen kann, die ganze Mondlandung sei nur in einem Hollywoodstudio simuliert worden. So wundert es nicht, dass Björn Melhus im neuesten Video „Captain“ mit Vater und Neffen Filmzitate theatralisch rekontextualisiert oder Aleksandra Mir am niederländischen Nordseestrand die Landung der ersten Frau auf dem Mond inszeniert. Mit ihren Venus-Raketen und Augenbäumen referiert Sylvie Fleury auf den Pop-Charakter aller…

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