Titel: Kunst und Spiel II , 2005

Petra Schröck

Spielregeln finden

Ein Gespräch mit Christian Jankowski

16mm Film. Courtesy: Klosterfelde Berlin; maccarone inc., Kunst als ambivalentes Spiel, als Reflexion von Normen und Riten des Kulturbetriebes sowie ihr Verhältnis zu den visuellen Unterhaltungsmedien ist das Leitthema von Christian Jankowski. Der in New York und Berlin lebende Künstler arbeitet meist mit performativen Kollaborationen aus dem außerkünstlerischen Bereich, in denen er eigenwillige Kommentare zu kommerziellen Medienformaten herstellt. So überrascht und irritiert er mit diversen künstlerischen Behauptungen wie professionellen Zauberern, die ihn für die Dauer einer Ausstellung in eine Taube, einen Kunstvereinsdirektor in einen Pudel und die Museumsbesucher in eine Herde Schafe verwandeln. Die Videoarbeit „Telemistica“ für die 48. Biennale in Venedig (1999), bei der Jankowski bei fünf italienischen TV-Wahrsagern anrief, um sich nach seinen Erfolgsaussichten bei der Großausstellung zu erkundigen, markierte seinen internationalen Durchbruch. Mit dieser erheiternden Idee hielt er sowohl der Medienwelt als auch der Kunstwelt einen Spiegel vor. Mittlerweile gab es neben zahlreichen internationalen Einzel – und Gruppenausstellungen Retrospektiven in der De Appel Foundation Amsterdam (2001) und im Basler Museum für Gegenwartskunst (2003), die vom Des Moines Art Center (Iowa) organisierte Retrospektive (14.10.-31.12.2005) wird auch in Liverpool und Boston zu sehen sein. Jankowski führt Kunst und Leben zusammen, in dem er die Kunst – maskiert oder unmaskiert – in massenmediale Mechanismen einschleust, sich ihrer bedient und gleichzeitig eine wechselseitige Beeinflussung beider Systeme ermöglicht.

In Ihrer Kunst gibt es offensichtlich Parallelen zu Spiel und Spielformen. In was für einem Verhältnis stehen für Sie Kunst und Spiel?

Was bezeichnet das Spiel fürs eigene Leben? Irgendetwas…

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von Petra Schröck

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