Ausstellungen: Düsseldorf , 2005

Annelie Pohlen

Marc Camille Chaimowicz

Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, 10.9. – 6.11.2005

Seltsam ist schon die Einladung. Zwar gilt es unter Jüngeren als schick, sich mit den Versatzstücken der gemusterten Nachkriegszeit zu umgeben. Marc Camille Chaimowicz aber gehört einer Generation an, die gegen diese Welt zu Felde zog. Nun ist der Ausstellungsraum des Kunstvereins, der dem 1947 in Paris geborenen, in England und Frankreich lebenden Künstler die erste Einzelausstellung in Deutschland einrichtet, derart möbliert, als habe man Proust, Matisse, Duchamps und die Gestaltungsideale der Moderne im postideologischen Zeitalter neu justieren müssen, um den Bedürfnissen gepflegter, inzwischen aber nicht mehr allzu kostspieliger Behaglichkeit Genüge zu tun. Objekte wie Raumteiler oder Paravents, Stühle, Beistelltische, vermusterte Teppiche und Bilder sind über den Raum verteilt; persönlich eingefärbte Fotoarbeiten mit Erinnerungsnotizen bieten, als wären sie Familienalben entnommen, Einblick in ein irgendwie passend unpassendes Milieu. Aus diesem – es sind die Kunst/Lebensräume von Chaimowicz – herausgenommen für den temporären Auftritt infizieren sie den White Cube mit den latent andauernden Spannungen zwischen der zweckentfremdeten autonomen Kunst und dem angewandten Leben, denen der Künstler seit mehr als drei Dekaden auf der Spur ist.

Im Foyer ist die lange Wand tapeziert. Die rosa, rot, schwarz eingefärbten Module, die im all-over Muster über die Fläche paradieren wie aufgereihte Abstraktionen von Trinkgläsern oder Dilldops, stimmen ebenso spröde wie spielerisch in den dezentralen Rhythmus der von Annette Freudenberger kuratierten Ausstellung ein.

Diese beherbergt Arbeiten von 1975 bis 2005, darunter einen Teppich aus Wolle – wie die genannte Tapete – eigens für die Ausstellung produziert. Beige-rosatonig…

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von Annelie Pohlen

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