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Ausstellungen: Oxford · S. 362 - 363
Ausstellungen: Oxford , 1991

Edith Decker
Signs of the Times

Museum of Modern Art, Teil I: 7.10. – 4.11.1990, Teil II: 11.11. – 9.12.1990

Wie es sich darstellt, wurde die Kunst der 80er Jahre von den Bedürfnissen und Gesetzen des Kunstmarktes geprägt. Performance, Film und Video, alles was Zeit braucht und dem Zahn derselben nicht so gut standhält, paßte nicht in dieses Gefüge. Für Künstler, die dem nicht Rechnung trugen, waren magere Jahre angebrochen. Einzig die – aus naheliegenden Gründen – sogenannte Videoskulptur blühte auf, hatte sie doch eben ihre „skulpturale“ Komponente und neigte eher dazu, eine gewinnträchtige Aura anzusetzen.

Das Museum of Modern Art in Oxford untersuchte aber gerade die Dekade zwischen 1980 und 1990 auf ihren Bestand an Installationen hin. Das Ergebnis war eine Ausstellung mit dem Titel „Signs of the Times“, die aus Raumnot in zwei aufeinanderfolgenden Teilen gezeigt wurde.

Die Auswahl der jungen und engagierten Kuratorin Chrissie Iles berücksichtigte alle mehr oder weniger ephemeren Installationstypen einschließlich einer Reihe von akustischen Arbeiten, die über Kopfhörer zugänglich waren. Auffallend ist die starke weibliche Präsenz; beim Nachzählen ergibt sich ein Verhältnis von acht zu sechs – für die Künstlerinnen!

Was sich dann als „die Zeichen der Zeit“ präsentierte, war durchaus heterogen, auch in qualitativer Hinsicht. Bei den Videokünstlern waren Pioniere wie David Hall und Tamara Krikorian vertreten. Auch Tina Keane ist hierzulande nicht ganz unbekannt. Ihre raumgreifende Installation „Escalator“ (1988) mit den paarweise zu einer Treppe angeordneten Monitoren benutzt die Rolltreppe als sinnfällige Metapher für die Aufsteigerwelt im Thatcherismus.

Zeigen die linken Monitore die Glasfassaden der Büropaläste und die…


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