Ausstellungen: Berlin , 1983

Skulptur und Macht

Figurative Plastik im Deutschland der 30er und 40er Jahre
Akademie der Künste, Berlin (West)

Im Gegensatz zur Malerei, wo die Nazis nach 1933 fast durchgängig tabula rasa machten, erwies sich die Situation im Bereich der Bildhauerei komplexer und die Verführbarkeit einzelner Künstler größer. Während kaum ein namhafter Vertreter der modernen Malerei sich anpaßte, höchstens einzelne Maler der Neuen Sachlichkeit, oder andere sich trotz Anbiederungsversuchen bei den Nazis – wie z. B. Emil Nolde – ihre künstlerische Identität bewahrten, blieben einzelne Bildhauer von der Kunstideologie der neuen Herren nicht unberührt oder stellten sich unmittelbar in deren Dienste. Die Problematisierung dieses Spannungsverhältnisses zwischen der gerade in Berlin traditionsreichen und weiterhin gepflegten Tradition der figurativen Plastik und ihrer Pervertierung durch die Nazis hat sich die Ausstellung „Skulptur und Macht“ vorgenommen, die Teil des von der Akademie der Künste durchgeführten Gesamtprojekts „Das war ein Vorspiel nur…“ darstellt, und vom 8. Mai bis zum 3. Juli gezeigt wird. Die beiden anderen Parallel-Ausstellungen handeln von der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 und dem Verhältnis von Theater und Gesellschaft in Berlin und Amsterdam in den Jahren 1920 bis 1940.

Die sehr dicht aufgebaute und didaktisch aufbereitete Skulpturen-Ausstellung sowie der im Verlag Frölich & Kaufmann erschienene Katalog wurden von der Akademie in Zusammenarbeit mit einer Studentengruppe der FU Berlin erarbeitet, ein Organisationsmodell, das sich erst kürzlich auch bei der Ausstellung „Deutsche Kunst des 20. Jahrhunderts vom Busch-Reisinger-Museum aus den USA als sehr anregend und beispielgebend erwiesen hatte. Die unterschiedlichen Interessen von Veranstalter und Arbeitsgruppe werden in einem Punkt deutlich,…

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