Ausstellungen: Köln · S. 350
Ausstellungen: Köln , 1983

Robert Delaunay

Galerie Gmurzynska, Köln

Das die Kölner Galerie Gmurzynska für kostbare Überraschungen aus dem Reich der klassischen Moderne gut ist, weiß man inzwischen. Daß sie mit der Vorstellung von Robert Delaunay anläßlich der Kölner Premierentage selbst Insidern Überraschungen boten, dürfte mehr als eine Randbemerkung wert sein. Charles Delaunay schreibt im vorzüglich aufgebauten Ausstellungskatalog über seinen Vater: “ . . . er war besessen . . .“. Auf eines war sie gerichtet, diese Besessenheit: Im Zusammenklang der Farben eine Ahnung zu vermitteln von dem Zusammenklang der vielfältigen Rhythmen der Natur – ohne die Krücke des Gegenstandes. Der Weg von der Figur als Monade kreisender Bewegung zu dem ‚konstruktiven‘ „Rhytme sans fin“ ist bekannt. Bekannt auch das Zusammenwirken des Einzelgängers Delaunay mit den geistigen Strömungen vom Kubismus über den Fauvismus zu seiner eigenen Richtung im Orphismus. In welcher Radikalität und Vielfalt sich Delaunay des Gegenstandes bediente, um ihn in dieser mystischen Ganzheitsvision aufzulösen-, welche clownesk-theatralische Heiterkeit die Tiefe des spirituellen Anliegens durchziehen konnte, dafür bietet das Ensemble der Kölner Präsentation Indizien von Gewicht. Mag sein, daß uns die toten Heroen immer noch mehr faszinieren als die lebenden, Delaunays Besessenheit als Maler fand zu seinen Lebzeiten jedenfalls nicht die Begeisterung der Betrachter. Sicher auch, daß die Sujets der Metropole, der technischen Errungenschaften, des Zirkus, Theaters und ähnlicher Motive heute an optimistischer Brillianz verloren haben, nicht mehr verfügbar sind für die ‚Eroberung‘ der Wirklichkeit durch die Kunst. Ebenso sicher, daß Delaunays aus der Besessenheit konsequente Vielfalt des Annäherungsversuches den Zeitgenossen schwer verkraftbar war. Heute, da…

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