Ausstellungen: Köln , 1991

Ulla Gröne

Stefan Ettlinger

Thorsten Ebeling

Galerie Jablonka, Köln, 29.5. – 22.6.1991

Eine renommierte Galerie, die sich der amerikanischen und europäischen Avantgarde verschrieben hat, gibt dem jungen rheinischen Nachwuchs die Chance, sich in neuem Umfeld zu präsentieren.

Leider eine nicht alltägliche Situation in der Galerielandschaft. Die Galerie Jablonka macht aus der Idee eine Tugend. Im letztjährigen Sommer standen fünf ehemaligen Studenten der Kunstakademie Düsseldorf die Galerieräume zur Verfügung. Zwei aus dem sommerlichen Quintett spielen nun anläßlich der Juni-Ausstellungen der Kölner Galerien in getrennten Räumen auf.

Thorsten Ebeling zeigt Skulpturen; Stefan Ettlinger bevorzugt die Malerei. Kein Zufall führt die beiden in der Ausführung so unterschiedlichen Künstler in dieser Ausstellung zusammen. Beide studierten bei Alfonso Hüppi in Düsseldorf und gründeten mit weiteren Freunden die „Anarchistische Gummizelle“. Mit Mitteln der Performance, der Musik und des Films versuchten sie, außerhalb und im Zusammenspiel der Kunstakademie Perspektiven und Alternativen ihrer Arbeit zu finden.

Stefan Ettlinger fühlt sich in der Malerei zu Hause. Gefüllte Teller laden den Betrachter ein zum deutschen Stammtischmahl (Kasslernacken) oder zum traditionellen Spiegelei. Mit expressivem Strich formuliert Ettlinger Dinge aus unserem alltäglichen Leben: der Eßkultur. Fokusartig hält der Künstler uns vor Augen, was alltäglich in den Magen wandert. Manche Betrachter mag der Anblick hungrig stimmen – doch vielleicht nicht nach malerischem Mehr. Ettlingers Arbeiten wirken als locker und unregelmäßig gehängte Wandinstallation interessant. Eine isolierte Arbeit hält die Spannung nicht. Den ausgestellten Tellergerichten Ettlingers fehlt ein tiefergehender Esprit. Denn der ironische Funke springt nicht über, und das Banale behält die Oberhand.

Ganz im Gegensatz dazu Thorsten Ebelings skulpturale Kabinettstückchen. In zwei…

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