Ausstellungen: Metz , 2016

Amine Haase

Sublim

»Das Schaudern der Welt«

Centre Pompidou, Metz, 11.2. – 5.9.2016

Feuer, Vulkanausbrüche, Blitze, stürmische See, Sintfluten, Erdbeben, Lawinen – verwüstetes Land, Totenstille nach den Katastrophen. Überleben? Der Ausstellung „Sublime – Les tremblements du monde“ (Sublim – Das Schaudern der Welt) im Centre Pompidou Metz fehlt es nicht an Dramatik. Sie ist aber bei all den spektakulären Entfesselungen der Natur auch ein Ort des Nachdenkens über unsere Zukunft. Ein eindringlicher Aufruf, unser Verhältnis zur Natur, zu den wichtigsten Quellen des Lebens zu überdenken. Ein geradezu pathetischer Appell, der seine Dringlichkeit allein schon durch die täglichen Nachrichten zu den Folgen des Umgangs mit elementaren Ressourcen wie Luft und Wasser rechtfertigt. Und sie ist ein Forum des Innehaltens, das allgemein politischen, aber auch ganz persönlichen Überlegungen Raum gewährt.

In der Gegenüberstellung spektakulärer Naturdarstellungen und zukunftsweisender Weltentwürfe entlang des straff gezogenen roten Fadens des Begriffs Sublim, das Erhabene, ist die von Hélène Guenin und Hélène Meisel erarbeitete Ausstellung im Centre Pompidou Metz ein Solitär in diesem Kunstsommer. Dass die beiden Kuratorinnen romantische Bilder „erhabener“ Landschaften mit Kunst-Konzepten der sechziger und siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts verknüpfen, ist ein gewagtes Experiment. Dass der Übergang gelingt, ohne den historischen und den immer noch zeitgenössisch gültigen Teil auseinanderfallen zu lassen, ist einer stringenten Gliederung in fünf Kapitel zu verdanken: Von „La nature trop loin“ (die allzu ferne Natur, ein Zitat von Victor Hugo), über „Katastrophen“ und „Tragödien“ bis zu „Alternativen“ und einer wiederentdeckten „Verzauberung“.

Ausgangspunkt ist der Begriff des Erhabenen, so wie ihn der britische Philosoph Edward…

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