Titel: Tropical Codes , 1987

2. Philip Taaffe

Die neue Vergangenheit

Philip Taaffes Bilder sind optisch gebundene Arbeiten. Vom Material her sind sie der Phänomenologie des sichtbaren Moments, der Phänomenologie der Erhabenheit als absolute zeitliche Präsenz bzw. als Zeitlosigkeit der absoluten Gegenwart verpflichtet. In dieser Hinsicht erscheinen sie dann auch der direkten Erfahrung (durch den Betrachter) vollkommen zugänglich. Insofern sie sich jedoch ständig auf die Vergangenheit beziehen und diese buchstäblich konkretisieren, und zwar auch da, wo es sich um die unmittelbare Vergangenheit handelt – herausragende Beispiele sind die Op Art Arbeiten von Brigit Riley aus den 60er Jahren und auch Werke von Paul Feely und Barnett Newman – charakterisieren die Bilder Taaffes deutlich ihre optische bzw. phänomenologische Unmittelbarkeit. Sie charakterisieren ihre Verabredung mit dem Erhabenen. Die Echtheit des visuellen Moments wird von den Entstellungen der historischen Bedeutung untergraben. Wenn das Ende der Unmittelbarkeit bei Taaffe eine ironische Phänomenologie, eine ironische bzw. indirekte Phänomenologie der Erhabenheit hervorbringt, dann bewirkt das Ende der Ironie die abstrakte Phänomenologie des Aussprechbaren. Die Bilder charakterisieren durch ihre morbide Faszination und das Ausgeliefertsein an den zeitlichen Verlust absolute zeitliche Gegenwart, d.h….

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