Titel: Skulptur '85 · S. 126
Titel: Skulptur '85 , 1985

4. Weltbilder – Installationen

Manches spricht dafür, die Skulpturen von Loren Calaway, Peter Joseph Abels, Michael Rutkowsky, Margaret Wharton, Monika v. Wedel und Jindrich Zeithammel unter dem ebenso anspruchsvollen wie heute nachgerade anachronistisch anmutenden Begriff der Weltbilder zu betrachten. Der Zeitgeist der Fragmentierung, der nicht mehr zu rettende Verlust der Mitte sollte solche Vorstellungen ins Reich hochgradiger Weltfremdheit verweisen. Doch ist nicht gerade der galoppierende Zerfall, den Optimisten als Pluralismus oder Individualismus der westlichen Welt feiern, Anlaß genug, wenigstens in der Imagination Weltbilder zu entwerfen und diese in der materiellen Gestalt des Kunstwerkes virulent werden zu lassen. Mit der gebotenen Vorsicht vor dem schnellen Verschleiß großer Worte sei also die Vorstellung von Weltbildern in die Diskussion gebracht. Hier ist Jindrich Zeithammels gleitender Übergang von der geometrischen Form als dem abstrakten Modul zeitlosen Gestaltens zum schreinhaften Möbel als dem Ort für geheimnisvoll Sakrales aufschlußreich für die Offenheit der Imagination zwischen definierender und suggestiver Ordnung. Diese Skulpturen widerstreben – wie im übrigen die von Calaway und Abels – noch in ihrer präzisen Handwerklichkeit der funktionalen Fließbandwelt und scheinen doch in besonderer Weise auf diese bezogen. Noch im leeren Schrein schwingt die Energie der Fülle, der Mitte, des Ganzheitlichen gegen die Welt der Schubladen für Spezialisiertes, Isoliertes, Begrabenes. Es geht um die Skulptur als ‚Gefäß‘ für etwas geheimnisvoll Abwesendes. In Calaways ‚Möbeln‘ ist die Ambivalenz von Anwesenheit und Abwesenheit, Leere und Fülle kreatives Prinzip nicht ohne ironische Herausforderung gesellschaftlicher ‚Preziosa‘ zwischen Spielkulten (Billiard oder Bridge etc.) und gehobener Geheimniskrämerei in den Chefbüros mit Geheimfächern.

Im…

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