Ausstellungen: Wien , 1985

Kunst mit Eigen-Sinn – Traum oder Wirklichkeit?

Museum des 20. Jahrhunderts, Wien, 29.3.-12.5.1985

Der Untertitel erinnert an eine vielbeachtete Ausstellung, die einen Tag vor ‚Kunst mit Eigen-Sinn‘ ebenfalls in Wien eröffnet wurde und ‚Traum und Wirklichkeit‘ betitelt ist. Der Traum ist hier rückbezogen und meint das goldene Wien der Jahrhundertwende, das mit traumhaft vielem wirklichem Geld im Künstlerhaus heraufbeschworen wurde. Bei ‚Kunst mit Eigen-Sinn‘ hingegen mußte – was die zu erwartenden Gelder anbelangte – mit dem Träumen rasch aufgehört werden. Der Realitätssinn der österreichischen Kulturbehörden orientiert sich immer noch stark am Goldgehalt eines Kunstwerks und damit hat die zeitgenössische Kunst das Spiel um die Gunst längst verloren. So ist es neben der ‚typisch weiblichen Opferbereitschaft‘ vor allem der zielstrebigen Zähigkeit der Organisatorinnen zu verdanken, daß trotz aller Widrigkeiten eine wirklich beachtliche Ausstellung zustande kam. Hier sind vor allem zu nennen: Silvia Eiblmayr, Valie Export und Cathrin Pichler für die Konzeption und Silvia Eiblmayr mit Monika Prischl-Maier für die Organisation.

Darüber hinaus wurde das Museum des 20. Jahrhunderts in Wien während des Symposiums der Eröffnungstage zu einem Kunst-Kommunikations-Zentrum, das allen Interessenten offenstand. Die Möglichkeit zu Kontakten, Informationen und Gesprächen wurde ausgiebig genutzt. Damit wurde die Ausstellung zum Höhepunkt der Veranstaltungsreihe ‚Brennpunkt – Kunst von Frauen‘, die seit August letzten Jahres in ganz Österreich stattfindet und vom Verein Frauen ’84 initiiert wurde. Da gab es im Herbst eine ‚IN AKT‘-Ausstellung, begleitet von Aktionen und Lesungen in der Wiener Secession und ein erstes Symposium. Die Galerie Grita Insam veranstaltet mit Unterstützung der PRO HELVETIA ‚Bewegungsräume‘ mit…

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