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Ausstellungen: Berlin · S. 280 - 280
Ausstellungen: Berlin , 1985

Gruppe Odious + Kerbach/Stangl

März-Ausstellung, Berlin

Dem Gruppennamen zum Trotz – Odious, hassenswert, wegen des großen Lärms, den die Metallbildhauer bei der Arbeit, damals noch an der Kunsthochschule auslösten – haben die sechs Odious-Bildhauer inzwischen in der Kunstszene einen guten Namen. Seit rund drei Jahren arbeiten sie schon zusammen, seit vorigem Jahr auch in einer gemeinsamen Werkstatt in einem ehemaligen Fabrikgebäude. Nach ihrer ersten Gemeinschaftsausstellung im „Kutscherhaus“ von Sammler Stober 1983 präsentierten sie sich jetzt im März in den Räumen der ehemaligen Galerie Dibbert bzw. Dibbert/Hartmann zusammen mit zwei Malerkollegen, die erstmals einzeln ausstellen, Ralf Kerbach und Reinhard Stangl.

In der großen Halle stehen die Skulpturen der Bildhauer, aus Schrotteilen gefertigt, ohne daß ihnen die genaue Herkunft noch anzusehen ist. Die vorgefundenen Elemente aus gerostetem Stahl werden von allzu deutlichen Spuren ihres früheren Funktionszusammenhanges gereinigt, denn nicht das objet trouvé dominiert, sondern das der jeweiligen skulpturalen Idee eingepaßte und von surreal-effekthaschenden Anspielungen befreite Fundstück. Sowohl Material wie Farbe und Form werden sparsam, aber großzügig, und mit Blick auf die oft mögliche Plazierung im Freien, mit fast denkmalartiger Prägnanz eingesetzt. Ein wichtiges Vorbild der Gruppe, Anthony Caro, konnte übrigens kürzlich ausführlich in Düsseldorf studiert werden.

Bevor man den Hauptraum betritt, wird man von David Lee Thompsons ausladender, aber doch beschwingter Bodenplastik „This ain’t no Punk Jazz…“ empfangen. Am Ende des großen Saals grüßt dann Klaus H. Hartmanns „Fliegende Eile“ zum Eintretenden herüber, mit ihrem gelben, gequetschten Stahlblech sofort ins Auge fallend. Die Schrottfantasien der Gruppe setzen sich trotz gleicher Arbeitsmethoden und einer allen gemeinsamen Neigung…

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