Ausstellungen: Duisburg · S. 267
Ausstellungen: Duisburg , 1985

Dänische Skulptur im 20. Jahrhundert

Wilhelm Lehmbruck-Museum Duisburg, Städtisches Museum Flensburg

Selten nur gleitet der Blick der Mittel-, West- und Südeuropäer in nordische Regionen. So mag es durchaus symptomatisch erscheinen, wenn Renate Heidt, Kustodin am Wilhelm Lehmbruck-Museum eher beiläufig – anläßlich eines Vertrages – den Anstoß erhielt, sich mit der Geschichte der dänischen Skulptur in unserem Jahrhundert vertraut zu machen. Ergebnis dieser Auseinandersetzung ist ein ebenso spannender wie vielseitiger Überblick, der von 14 Bildhauern beginnend mit den Klassikein Henry Heerup und Robert Jacobsen über den renommierten Cobra-Künstler Asger Jorn bis zu Kirkeby und natürlich einer Reihe bislang weniger bekannter jüngerer Künstler reicht.

»Sleeping Beauty – Art Now – Scandinavia Today« war der Titel einer großen Schau im New Yorker Guggenheim-Museum 1982, der dem erfolgreichen Auftritt des Lousiana-Museum auf dem Kölner Kunstmark im darauffolgenden Jahr vorausging. Knud Jenesen, weltweit anerkannter Leiter dieses einzigartigen Museums unweit von Kopenhagen, hatte mit Bedacht ein starkes Kontingent dänischer Künstler für die Präsentation jenseits der heimatlichen Grenzen ausgewählt. Hat nun ‚Dornröschen‘ aus dem Norden seinen Prinzen gefunden? Nun, gar so märchenhaft ist nichts in der gegenwärtigen Kunstszene. Doch ein wenig schwingt mit von jenem in Märchen verdichteten Geist, der sich auszeichnet durch seine schillernde Verflechtung von irrationaler Imagination und handfestem Wirklichkeitssinn. Der Start mit Heerup hat hier gute Gründe. Verfestigt sich doch im Werk dieses Klassikers die archaisch-mythische Figuration des Nordens im abstrahierend-vereinfachenden Formwillen der Gegenwart auf der Suche nach zeitlosen Gestalten. Heerup in zeitlicher wie ausstellungsinszenatorischer Nachbarschaft zu Robert Jacobsen mit herausragen– den intuitiv-konstruktiven, patinierten oder bemalten Eisenkonstruktionen…

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