Ausstellungen: Krefeld · von Andreas Denk · S. 323
Ausstellungen: Krefeld , 2005

Andreas Denk

Anton Henning

»31 Apotheotische Antiphrasen für Haus Esters«

Museum Haus Esters, Krefeld, 30.10.2005 – 29.1.2006

Herr und Frau Esters haben wieder einmal Besuch bekommen. Während die Vielzahl der Gäste sich in der Halle ihres Krefelder Hauses aufhält, sind einige spezielle Freunde bereits in die intimeren Räumlichkeiten vorgelassen worden. Sie stammen allesamt aus der Kunstszene und sind ausgewiesene Mitglieder dieser Gesellschaft: legendäre Vertreter des Impressionismus, des Symbolismus, des Surrealismus, des Purismus und anderer „Stile“ des 19. und 20. Jahrhunderts. Zunächst vermeinen wir, alte Bekannte wiederzutreffen, aber wenn wir ihre Erscheinung genauer ins Auge fassen können, erkennen wir: Sie sind es nicht. Der Name liegt auf der Zunge, aber die Realität verweigert eine konkrete Zuschreibung. Wir verharren, allein und ein wenig ratlos.

Die befremdlichen „Gäste“, die sich im einstigen Haus der kunstbeflissenen Familie Esters versammelt finden, sind natürlich keine Personen, sind nicht die Autoren epochemachender Werke. Es geht hier um die Malerei und die skulpturalen und objekthaften Arbeiten, die Anton Henning unter dem schwer verständlichen, aber sprechenden Titel als „31 Apotheotische Antiphrasen für Haus Esters“ ebendort vorstellt. Hennings Arbeiten sind Bilder von Bildern, deren Autoren man zu kennen glaubt: ein „Courbet“, ein „De Chirico“, ein „Tanguy“. Es sind indes keine Paraphrasen künstlerischer Vorbilder, sondern konzeptuelle Repräsentationen von gedanklichen Stereotypen, Geschmacksmuster des kollektiven Gedächtnisses, die sich in Haus Esters als „Antiphrasen“, wie Henning meint, ein Stelldichein geben.

Anton Hennings verwegener Ritt durch die Kunstgeschichte, der sich in Malerei, Zeichnung, Objekten und nötigenfalls auch Video und Musik vollzieht, hat sich in den günstigsten Fällen in der Einrichtung von…

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