Ausstellungen: Wien , 2015

Ursula Maria Probst

Arnulf Rainer

»Retrospektive«

Albertina, Wien, 3.9.2014 – 6.1.2015

Laut Arnulf Rainer besteht eines der größten Missverständnisse gegenüber seiner Kunst darin, dass seine Übermalungen als aggressive Akte wahrgenommen wurden bzw. werden. Für ihn gestaltet sich der künstlerische Akt zu einer Art Kommunikation – zu einem Zwiegespräch. Arnulf Rainer stellt dabei in seinem Werk Bezüge zu dem von Umberto Ecco formulierten Konzept des „offenen Kunstwerks“ her. Eine gelungene Rekontextualisierung seines komplexen Œuvres nimmt die Retrospektive in der Albertina Wien vor. International sammelnde Privatmuseen wie das Kunstmuseum Ahlen und das Museum Frieder Burda in Baden-Baden widmen dem arrivierten künstlerischen Schaffen Arnulf Rainers anlässlich seines 85. Geburtstages (8. Dezember 2014) im Frühling 2015 ebenfalls umfassende Retrospektiven.

Wie sehr Arnulf Rainers Positionierung in der zeitgenössischen Kunstgeschichte aus einem intensiven Produktionsdrang resultiert, in dem neben seinen gestischen und meditativen Übermalungstechniken vor allem die existentielle und expressive Auseinandersetzung mit Körper und Gesichtsmimik eine dominante Rolle spielt, davon gibt die in Zusammenarbeit mit dem Museum Frieder Burda entstandene Retrospektive in der Albertina Wien differenzierende Einblicke durch teils bis dato noch nie gezeigte Werke. Das Display für die 150 präsentierten Exponate gestaltet sich durch proportional zueinander in Beziehung gesetzte graue, roh bestrichene Stellwände klar strukturiert und trägt Züge einer dramaturgischen Inszenierung zum Gesamtkunstwerk.

In der kuratorischen Konzeption der Ausstellung durch Antonia Hoerschelmann und Helmut Friedel liegt der Ausgangspunkt darin, einen Dialog zwischen dem gestisch Eruptiven, dem scheinbar affektgeladenen und energetischem Agieren und dem kontemplativ Konstruktiven im Werk von Arnulf Rainer in Gang zu setzen. Die Ausstellung startet mit Arnulf Rainers Vertikalisierungen und…

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von Ursula Maria Probst

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