Monografie , 2017

Arthur Jafa

Ikonographie eines schwarzen Amerikas

von Anneli Botz

Art Basel 2017, ein Gang über den kuratierten Teilbereich „Unlimited“. Ganz am Ende der Halle liegt eine Reihe einzelner Galerieräume nebeneinander. Bei Gavin Brown’s Enterprise aus New York wird der Besucher durch einen Vorhang in den dunklen Ausstellungsraum geführt. Die erste Begegnung mit Arthur Jafas Film „Apex“ ist allumfassend. Eine große Leinwand sendet, gepaart mit dem pointierten Staccato elektronischer Musik, eine in Sequenzen aufeinanderfolgende Bilderflut. Und diese ist keine leichte Kost. Es alterniert verstörendes Bildmaterial – das Foto einer Blutlache mit danebenliegender Waffe, ein in Scheiben geschnittenes Gehirn, ein brennender Korpus, Bilder der Sklaverei und schwarzer Diskrimierung – mit bekömmlicheren Aufnahmen, die das kollektive Bildgedächtnis ansprechen: Michael Jackson, die „Große Welle“ des Japaners Hokusai, Tupac, Mickey Maus, Kurt Cobain, King Kong. So schnell ziehen die Bilder am Auge vorbei, dass sich der Besucher nur flüchtig auf das Gesehene einstellen kann. „Apex“ von Arthur Jafa wirkt wie eine Art Brainwash-Rave, der unweigerlich in Bewusstsein und Unterbewusstsein vordringt und der es schwermacht, wegzuschauen. Der achtminütigen Videoarbeit von 2013, die aus hunderten von Bildern besteht, liegt eine Ästhetik zu Grunde, die ihre Einheitlichkeit im Fluxus findet, in der dichten Konzentration von Objekten, Menschen, Momenten, Ereignissen, in der fließenden Abfolge von Anspannung und Entspannung. Gerade in der Konfrontation mit dem Unangenehmen, dem Abstoßenden, liegt für den Künstler die Herausforderung: „Es liegt in der menschlichen Natur, vor Dingen zurückzuschrecken, die abschreckend sind. Im Laufe meines Lebens habe ich mich darin geübt, genau das Gegenteil zu…

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