Biennalen: Busan Biennale 2008 · von Jens Rönnau · S. 278
Biennalen: Busan Biennale 2008 , 2009

Busan Biennale 2008
„Expenditure“ – as it is always and already excessive

Auch in der Hafenstadt Busan haben verschiedene Kuratoren an mehreren Orten bis hin zu einem Skulpturenpark gewirkt. Leitthema ist der Begriff „Expenditure“ im Sinne Batailles als open space für die Kunst – aber auch für das Nachdenken über deren Zusammenhänge und Präsentation, wie der künstlerische Direktor Wonbang Kim feststellt. Spielorte sind zwei Ausstellungshallen, ein Strand, ein öffentlicher Park, die Hallen eines Yachtclubs, U-Bahnstationen, Geschäfte und Überseecontainer. Dabei kommt dem Gwanghalli-Beach mit seiner imposanten Hängebrücken-Kulisse besondere katalysierdende Bedeutung zu, weil entlang der Promenade dort schon seit Jahren Werke internationaler Künster im Außenraum installiert sind – etwa von Nam June Paik oder Jenny Holzer. „Sea Art Festival“ lautet dieser Teil der Biennale, der unter dem Motto „Reise ohne Grenzen“ von dem koreanischen Kurator Seung-bo Jun gestaltet wurde. Hier im Außenraum wird der Umraum zum unmittelbaren Themengeber, etwa für Mia Kim, die der grenzenlosen urbanen Bauwut dieser Metropole in einer überdimensionalen Sandburg Hunderte von kleinen Holzhochhäusern entgegengesetzt, oder Hae-sim Kim, welche die große Brücke mit zwei hölzernen Strandbrücken konterkariert. Und ganz im kabakow’schen Sinne lässt Jong-Bin Lee einen Mann mit angeschnallten Flügeln vor den Hotel- und Bürohochhäusern davonfliegen. Stattdessen schafft Han-sam Son einen tunnelartigen Dunkelraum als „Seaside Cinema“ im Sand, an dessen Ende ein Hafenblick nebst Wasser hineinschwappen. U-Bahnstationen und leere Schiffscontainer dienen als weitere sinnträchtige Außengalerien, während in der zugehörigen Ausstellungshalle die chinesische Künstlergruppe um Lu Jie ihr „Long March Project“ präsentiert: Eine recherchierende Reise durch die Kulturen ihres Reiches, in Bezug…

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