Gespräche mit Künstlern , 2014

Huang Yong Ping

Chan ist Dada, und Dada ist Chan

oder ein Jahr der Einsamkeit

Ein Gespräch von Heinz-Norbert Jocks

Der 1954 in Xiamen geborene Huang Yong Ping, einer der bekanntesten chinesischen Avantgarde-Künstler, lebt seit 1989 in Paris. Er gilt als einer der kontroversesten Künstler der 1980er Jahre und erkannte als einer der Ersten seiner Generation, dass Kunst eine Strategie ist. Er befasste sich mit Joseph Beuys, John Cage und Marcel Duchamp ebenso wie mit Dadaismus und Surrealismus. 1982 graduierte er am CAFA in Hangzhou, und vier Jahre später gründete er die radikal postmoderne Gruppe Xiamen Dada, die als Protestaktion ihre Werke in der Öffentlichkeit verbrannte. Kunst sei, verkündete er damals, Opium fürs Volk. „Solange die Kunst nicht verbrannt ist, kann das Leben nicht friedlich sein.“ Heinz-Norbert Jocks traf ihn gleich mehrmals in Paris.

***

Heinz-Norbert Jocks: Du warst einer der chinesischen Künstler in der legendären Ausstellung „Magiciens de la Terre“ von Jean-Hubert Martin. Seitdem lebst du hier in Paris. Warum?

Huang Yong Ping: Es war kein Plan, der mich hierher führte, sondern Zufall. Wichtig vor allem die Einladung von Jean-Hubert. Ich landete in Paris mit einem kleinen Koffer und einem Hin- und Rückflugticket und wollte ursprünglich nicht länger als einen Monat bleiben. Da die Situation in China bereits vor meiner Abreise sehr angespannt war, erschien das entsetzliche Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens wie eine Warnung und eine Rückkehr problematisch. Der Zufall wollte es, dass ich zu weiteren Ausstellungen eingeladen wurde. Mit der Folge, dass ich den Koffer gar nicht mehr packte.

Da du deine Ankunft mit…

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von Heinz-Norbert Jocks

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