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Titel: Smell it! Das Olfaktorische in der Kunst - 2 — Künstler*innengespräche · von Katharina J. Cichosch · S. 100 - 103
Titel: Smell it! Das Olfaktorische in der Kunst - 2 — Künstler*innengespräche ,
Titel: Smell it! Das Olfaktorische in der Kunst - 2 — Künstler*innengespräche

Clara Ursitti

Die Möglichkeit von Subversion
Ein Gespräch von Katharina J. Cichosch

Der Geruch ereilte Clara Ursittis Kunst in den frühen 1990er Jahren – zu einer Zeit, in der extrastarke Parfüms als ultra-selbstbewusste Statussymbole durch Bürogebäude und Technoclubs flirrten. Seitdem hat die Künstlerin ein flüchtiges, wenngleich gut dokumentiertes Werk geschaffen, das mal mit feinem Anarcho-Humor und mal mit der nötigen Drastik von der Welt handelt, in der wir leben. Ein Mail-Interview von unterwegs.

Katharina J Cichosch: Wann und wie hast du Geruch respektive Duft für deine Arbeit entdeckt?

Clara Ursitti: Zum ersten Mal habe ich als Studentin in den frühen 90er Jahren begonnen, Düfte in meiner Arbeit zu verwenden. Man muss bedenken, dass zu dieser Zeit der Duft durch Werbung und Marketing in den öffentlichen Raum geradezu einzudringen begann. Die Technologie wurde allmählich verfügbar und ermöglichte es den Geschäften, Gerüche wie Kaffee oder Brot oder einfach nur einen Duft zu verbreiten, der als Markenzeichen für ihre Geschäftsräume und ihr Einkaufserlebnis dienen sollte. Das alles ist heute weit verbreitet und wird genutzt, aber damals war es neu.

Durch das Experimentieren mit Duft für meine Praxis konnte ich meine damals aufkeimenden Interessen an der Politik der Dematerialisierung, an Feminismus, Gender und der nonverbalen Kommunikation miteinander verbinden. Im Laufe der Jahre ermöglichte mir die Verwendung von Düften, diese Interessen auf eine weniger offensichtliche Weise in meine Arbeit einfließen zu lassen, als wenn ich nur mit dem Visuellen arbeite. Es war ein glücklicher Zufall, dass ich ein Material entdeckt habe, das mich jahrzehntelang zu Experimenten…


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von Katharina J. Cichosch

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