Gespräche mit Künstlern · von Ingo Arend · S. 302
Gespräche mit Künstlern , 1995

»Das Chaos ist das Rohmaterial des Künstlers«

Ende einer Epoche?

Ingo Arend sprach mit Klaus Staeck über Kunst und Einmischung

Prof. Klaus Staeck. Geboren 1938 in Pulsnitz bei Dresden. Von 1957 bis 1962 Jurastudium in Heidelberg, Hamburg und Berlin. 1960 erste Postkarten und Plakate. 1965 Gründung des Produzentenverlages Edition Tangente, heute Edition Staeck. 1968 erste gemeinsame Arbeit mit Joseph Beuys. 1970 1. Zille-Preis für sozialkritische Graphik in Berlin. Mitbegründer der Art Cologne. Seit 1986 Honorarprofessor an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. 1977 documenta 6, 1982 documenta 7, 1987 documenta 8, Kassel. Über 300 Einzelausstellungen. Letzte große Konferenz der von Klaus Staeck gegründeten „Aktion für mehr Demokratie“: „Kunst was soll das?“ Anfang Mai 1992 im Chemieort Bitterfeld. Seitdem vier „Ideentreffs – Mut zu Reformen“ zusammen mit Oskar Negt.

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I. A.: Klaus Staeck, Wolfgang Thierse von der SPD hat vor einiger Zeit die Sprachlosigkeit der Künstler und Intellektuellen beklagt und sie aufgefordert, sich stärker einzumischen. Das hätte er einem Dinosaurier des sozialen Engagements von Intellektuellen wie Ihnen ja eigentlich nicht sagen dürfen. Wenn einer den Mund noch aufmacht, dann doch Klaus Staeck …

K. S.: Mich hat er sicher nicht gemeint. Aber es war gut, daß er es gesagt hat. Denn ich finde es schon wichtig, daß sich Künstler einmischen. Einmischung ist mehr denn je gefragt. Denn von der Politik sich abwenden, sogar stolz auf seine Politikferne zu sein und dann zu jammern, wenn der Kulturhaushalt zusammengestrichen wird, das geht nicht zusammen. Das bedeutet nicht, daß jeder Künstler nun in eine Partei eintreten soll. Aber es ist mehr…

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