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Titel: Der Gebrauch der Fotografie · von Heinz-Norbert Jocks · S. 176 - 193
Titel: Der Gebrauch der Fotografie , 2004

LOTHAR SCHIRMER
DAS FOTO ALS ZEITKAPSEL

EIN GESPRÄCH MIT HEINZ-NORBERT JOCKS

Als “Schatzinsel im Büchermeer” bezeichnet Lothar Schirmer, geboren 1945 im thüringischen Schmalkalden, seinen 1974 zusammen mit Erik Mosel gegründeten Verlag, in dem er bis heute für die Gestaltung des der schöpferischen Autorenfotografie gewidmeten Programms verantwortlich ist. Er, im Grunde genommen ein egozentrischer Liebhaber, zudem ein passionierter Sammler von Fotografie versteht seine Fotografen als Autoren, für die er sich, wenn er sich einmal für sie entschieden hat, langfristig engagiert. Seit 1972 ist er besessen von der Idee, mit Leib, Seele und Herz Verleger zu sein, was er gleich anfangs mit der Publizierung der Zeichnungen von Joseph Beuys unterstrich. Nichts, und auch kein Misserfolg, konnte ihn von seinem Lebensentwurf abhalten. Heute gilt sein Verlag, der an der Popularisierung des Mediums aufgrund seines hartnäckigen und kontinuierliches Einsatzes maßgeblich beteiligt ist, weltweit als richtungsweisende Institution in Sachen Fotografie. Mit Lothar Schirmer, dem die satte Lust an der Fotografie förmlich im Gesicht geschrieben steht, traf sich Heinz-Norbert Jocks in den Münchner Verlagsräumen, um mehr über die Geschichte des Verlages, die Gründe seines Engagement und die Wahrnehmung fotografischer Bilder zu erfahren.

Heinz-Norbert Jocks: Warum sammeln Sie vor allem Fotografie?

Lothar Schirmer: Weil mich Zeitgenössisches mehr reizt als Historisches. Die Herausforderung der Tafelbildmalerei durch die Becher-Schule, durch Cindy Sherman oder Jeff Wall ist längst angenommen, und die Würfel längst gefallen. Deren Methode des Bildermachens ist weit produktiver als die Malerei ihrer Zeit. Durch drei oder fünf begabte Maler, die etwas Neues hervorbringen, kann das wieder kippen, keine Frage. Aber die…


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von Heinz-Norbert Jocks

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