Titel: Der Gebrauch der Fotografie · von Heinz-Norbert Jocks · S. 122
Titel: Der Gebrauch der Fotografie , 2004

ANN UND JÜRGEN WILDE

DIE ENTSCHEIDENDEN GLÜCKSMOMENTE

EIN GESPRÄCH MIT HEINZ-NORBERT JOCKS

Ann (Jg. 1937) und Jürgen Wilde (Jg.1939), das im Rheinland ansässige Paar, zählen zu den wichtigsten Wegbegleitern bei der Beschäftigung mit der Fotografie als Kunst. In Köln eröffneten sie 1972 die erste deutsche Fotogalerie. Ihre ganze Kraft verwendete sie auf die Wiederentdeckung verschollener wie vergessener Fotografen der klassischen Moderne, aber auch der Zusammenarbeit mit zeitgenössischen amerikanischen Fotografen wie Lee Friedlander oder Duane Michals. Nach Schließung der Galerie im Jahre 1985 engagierten sie sich nicht nur für die wissenschaftliche Aufarbeitung und Betreuung des Albert Renger-Patzsch- und des Karl Blossfeldt-Archivs. Darüber hinaus bauten sie eine aus den wichtigsten künstlerischen Positionen bestehende, mehr als 1500 Exponate umfassende Privatsammlung des 20. Jahrhunderts auf. Außerdem gründeten sie in Köln mit eigenen Mitteln die „Stiftung für Fotografie und Kunstwissenschaft Ann und Jürgen Wilde“. Mit ihnen traf sich Heinz-Norbert Jocks an zwei langen Nachmittagen, um über die Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft der Fotografie zu sprechen.

Heinz-Norbert Jocks: Woher rührt eigentlich Ihr Engagement für die Fotografie?

Jürgen Wilde: Mich faszinierte die Technik. Mein Ehrgeiz in Punkto Fotografie entsprang, ehe wir zu sammeln anfingen, erst einmal dem Wunsch, mit einer Apparatur spielerisch umzugehen, um selber Bilder zu machen. Das gab den Anstoß. In den Anfängen der Fotografie war es ein Abenteuer, Dinge binnen relativ kurzer Zeit naturalistisch auf einer Platte zu sehen, wo sich doch früher Maler damit abplagten, genau das zu erreichen. Der seit Erfindung der Fotografie existente Streit zwischen Fotografie und Malerei ist bis heute nicht ausgestanden. Für uns…

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