Titel: Der Gebrauch der Fotografie · von Heinz-Norbert Jocks · S. 110
Titel: Der Gebrauch der Fotografie , 2004

L. FRITZ GRUBER

VIEL MEHR ALS NUR ZEUGE SEINER ZEIT

EIN GESPRÄCH MIT HEINZ-NORBERT JOCKS

L.Fritz Gruber, der elegant gekleidete Herr von einer Höflichkeit, wie nur ihm eigen, ist nicht nur ein großer Kenner und Sammler der Fotografie des 20.Jahrhunderts, sondern auch deren Geburtshelfer. Ja, einer, der noch zu einer Zeit, da dieses Medium ein Schattendasein fristete, dessen ästhetischen Wert, nicht Tauschwert, erkannte und der sich wie kein anderer dafür engagierte, dass die Fotografie öffentlich wurde. 1908 in Köln geboren, studierte der so vielseitig Interessierte Philosophie, Germanistik, Kunstgeschichte, Theater- und Zeitungswissenschaft, Völkerkunde und Sprachen. Als Emigrant in England als Werbe- und Photokopie-Fachmann tätig und ferner Mitarbeiter der Jahrbücher Modern Photography und Modern Publicity, wurde er, kaum zurück in Deutschland, Inhaber von Photokopie- und Mikrokopie-Betrieben. Maßgeblich an Vorbereitung und Formung der photokina beteiligt, organisierte er seit 1950 über drei Jahrzehnte insgesamt 300 internationale Bilder-, Dokumente- und Demonstrationsschauen. Dabei ging es ihm nicht nur darum, die Fotografie kennen zu lernen, auch zu den Fotografen suchte er direkten Kontakt. Manch eine Entdeckung war im Grunde eine Wiederentdeckung wie August Sander oder Erich Salomon, die durch ihn den verdienten Rang als Klassiker erhielten. Mit dem Initiator der Deutschen Gesellschaft für Photographie sprach Heinz-Norbert Jocks über die erlebte Geschichte der Fotografie.

Heinz-Norbert Jocks: Woher rührt Ihr Interesse an der Fotografie?

L.Fritz Gruber: Ich war noch ein Jugendlicher. Nun stamme ich aus einer musikalischen Familie. Meine Mutter, die auch sang, spielte Klavier, mein Vater Querflöte, mein ältester Bruder Trompete, mein zweiter Geige und ich selbst Cello. Wir unterhielten also ein kleines…

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