Titel: dOCUMENTA (13) , 2012

Carolyn Christov-Bakargiev

Die surrealistische Wende in Kairo

Ein Gespräch von Heinz-Norbert Jocks

Wider Erwarten und trotz ihres engen Zeitplans war Carolyn Christov-Bakargiev spontan zu einem zweiten Treffen mit unserem Korrespondenten Heinz-Norbert Jocks bereit. Es ergab sich bei einem weiteren Besuch in Kassel anlässlich des Gespräches mit der Chef-Kuratorin Chus Martinez. Unser Autor ergriff die Chance, um mehr über die Außenstationen der Documenta (13) zu erfahren, und so sprach er mit ihr über Dinge, von denen bisher nur allzu wenig die Rede war. Über die Arbeit in Kairo und Kabul.

***

Heinz-Norbert Jocks: Schön, dass Sie sich wider Erwarten doch noch Zeit für ein kurzes Gespräch nehmen.

CAROLYN CHRISTOV-BAKARGIEV: Zwischen Tür und Angel sozusagen, denn ich muss in ungefähr fünfzehn Minuten rüber zur Orangerie.

Was halten Sie davon, wenn ich Sie begleite?

Nein, das geht nicht, denn ich treffe mich mit meinen Töchtern, die ich jeden Moment erwarte. Es freut mich, dass Sie eigens aus Paris kommen, um mit Chuz Martinez zu reden.

Ich würde die Zeit, die uns bleibt, gerne nutzen, um ein paar Dinge anzusprechen, über die so gut wie gar nicht berichtet wurde. Was waren Ihre Beweggründe, die Documenta nicht nur in Kassel zu belassen. Warum Kabul und Kairo?

Sie haben bei Ihrer Aufzählung Banff unterschlagen. In gewisser Weise fände ich es obszön, die Ausstellung nur hier zu machen. Ja, ich glaube, es gibt grundsätzlich etwas Obszönes in diesen großen Spektakeln und Ausstellungen. Damit es nicht nur für mich erträglich ist, musste ich an einen anderen Ort außerhalb von Kassel denken. Dadurch wurde die Tatsache, die Documenta…

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von Heinz-Norbert Jocks

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