Ausstellungen: Düsseldorf · von Helga Meister · S. 368
Ausstellungen: Düsseldorf , 1995

Helga Meister

Düsseldorfer Avantgarden

»Gemeinschaftsausstellung Düsseldorfer Galerien«

Den Düsseldorfer Galerien waren in den letzten Jahren nicht nur die Kunden, sondern die Besucher weggelaufen. Die Situation wurde frustrierend. Da riß eie junge Galeristin Helga Weckop-Conrads (Galerie Conrads) das Ruder herum, schlug das Thema der „Düsseldorfer Avantgarden“ vor, entwickelte in zähen Verhandlungen mit den oftmals mürrischen Kollegen das Konzept, betreute mit Ulrike Behrends (Galerie CO 10) den Katalog und fand in Hubertus Wunschik (Galerie Wunschik) einen Helfer beim Beschaffen von Sponsorengeldern. Der Kunstfonds Bonn unterstützte schließlich den Rückblick und Ausblick auf die goldenen Zeiten der Düsseldorfer Szene. 28 von 50 Händlern machten schließlich mit.

In der Baisse ist dies ein Kraftakt. Hans Strelow, Sprecher der „Initiatorengemeinschaft“, des losen Zusammenschlusses ortsansässiger Galerien, erklärt unumwunden: „Wir befinden uns noch immer in einer Zeit der Rezession. Der Markt erholt sich nur sehr zögernd.“ Udo Bugdahn, Geschäftsführer von „Bugdahn und Kaimer“, meint mit Blick auf die Konkurrenz: „Die Kölner sind sehr viel aktiver. Düsseldorfer Galerien sind Einzelkämpfer. Je schlechter die Zeiten werden, desto einzelkämpferischer sind sie.“ Um so bedeutsamer ist der einmalige Zusammenhalt. Die Neugierigen kommen, die ersten Verkäufe werden getätigt. Die Galerie Remmert und Barth verzeichnet mit ihrem Rückblick auf das Junge Rheinland einen Publikumsansturm sondergleichen. Sie präsentiert zum 100. Geburtstag von Jankel Adler hundert Werke, die sie aus Emigrantenkreisen zusammengetragen hat. Die Retrospektive ist Nina Adler gewidmet, die in Anerkennung dieser beiden rührigen Forscher und Finder den Nachlaß des Vaters aus London an den Rhein zurückholte, wo er jetzt mit ihrem Tode aufgelöst wird.

Die Schau zeigt Kabinettstücke wie…

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