Ausstellungen: Zugspitze · von Jörg Restorff · S. 429
Ausstellungen: Zugspitze , 1996

Jörg Restorff

François Morellet

kunst auf der zugspitze, Bayerische Zugspitzbahn AG,

Garmisch-Partenkirchen, 22.6. – 27.10.1996

Nach Stephan Balkenhols brachial in Holz geschnitzter „Meerjungfrau“ (1995) und einem Skulpturen-Quintett des englischen Bildhauers Tony Cragg, das im ersten Halbjahr 1996 auf der Gipfelstation der Zugspitze zu sehen war, wurde die Wintersaison im höchstgelegenen Ausstellungsraum Deutschlands mit einer Installation und Bildern von François Morellet eingeläutet. Das alpine Ausstellungsprogramm, das die Bayerische Zugspitzbahn AG, Garmisch-Partenkirchen, in Zusammenarbeit mit dem Leiter der Kunsthalle Nürnberg, Lucius Grisebach, und dem Nürnberger Künstler Werner Knaupp entwickelt hat, erfuhr durch den Altmeister der Konkreten Kunst eine glückliche Ergänzung.

Sich an diesem exponierten Ort mit seiner Arbeit gegen grandiose Naturschönheit und erhebenden Panoramablick auf die umliegende Gipfelkette zu behaupten, ist für jeden Künstler eine besondere Herausforderung. Kaum einer dürfte dafür so gut gewappnet sein wie der 1926 geborene François Morellet. Seit drei Jahrzehnten hat der international gefragte Künstler wesentliche Impulse zur „Kunst im öffentlichen Raum“ beigesteuert. Immer wieder – bei zahlreichen öffentlichen Bauten und Plätzen in Frankreich, den Vereinigten Staaten, den Niederlanden und Deutschland – hat er es verstanden, den der Ignoranz anheimgefallenen Genius loci wahrnehmbar zu machen, ohne in plattes Lokalkolorit zu verfallen. Ein besonders einfühlsames Beispiel für seine Art der „architektonischen Intervention“ gab Morellet 1989 im Westfälischen Landesmuseum Münster, wo er dem behäbigen historistischen Lichthof mittels einiger schlichter weißer Quadrate mit schwarzen Linien zu neuer architektonischer Verve verhalf.

Hier wie immer erzielte François Morellet durch einfache, unscheinbare Eingriffe große Wirkung. Dabei sind all seine architektur- und situationsgebundenen Arbeiten gekennzeichnet durch exakte geometrische Formen, Rationalismus, Systematik,…

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