Ausstellungen: Stuttgart · S. 262
Ausstellungen: Stuttgart , 1989

Johannes Meinhardt

Frank Stella

Black Paintings (1958-1960) / Cones and Pillars (1984-1987) Staatsgalerie, 20.11.1988-12.2.1989

Frank Stella ist der einzige lebende Künstler, dem das Museum of Modem Art in New York schon zwei Retrospektiven gewidmet hat, 1970 und 1987; und beide Male ergab sich ein Blick auf ein umfangreiches, vielfältiges und in sich geschlossenes Werk, geeignet für einen zusammenfassenden Rückblick; nur schienen diese beiden Werke den meisten Betrachtern fast nichts miteinander zu tun zu haben, schien eine reduzierte, konzeptuelle und minimalistische Arbeitsweise durch eine ‚wilde‘, grelle und postmoderne abgelöst oder verdrängt worden zu sein. Auch Frank Stella selbst verstand seine erste Retrospektive 1970 als einen Abschluß, als das Ende einer Werkepoche. Wenn jetzt die Staatsgalerie Stuttgart jeweils zwölf Gemälde seiner ersten Werkgruppe, der ‚Black Paintings‘, und der letzten abgeschlossenen Werkgruppe, der ‚Cones and Pillars‘, miteinander konfrontiert, versucht sie, diesen Anschein eines grundlegenden Bruchs, diese Augenscheinlichkeit unvereinbarer Gegensätze im Werk Frank Stellas genauer zu überprüfen. Nicht, daß hinter den Gemälden eine kontinuierliche Theorie stände, die höchst verschiedenartige Produktionen begründen könnte, nicht, daß Zusammenhänge oder Verbindungen außerhalb der einzelnen Arbeiten behauptet werden sollen, biographische, methodische oder bewußtseinsmäßige Kontinuitäten, die untergründig die Arbeiten miteinander verbänden; an den ‚Black Paintings‘ und den ‚Cones and Pillars‘ selbst und in ihren Verfahrensweisen, ihren Problemen und Positionen zeigt sich eine gemeinsame, sich durchhaltende Problemstellung, eine fortgesetzte Arbeit innerhalb desselben Horizonts von Fragen und Themen.

Frank Stella wußte von Anfang an vor allem, was er nicht wollte: Er wollte keine Räumlichkeit des Bildes, keine eigene, abgetrennte Existenzweise des Gemäldes gegenüber der Welt, die…

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