Ausstellungen: Salzburg · von Ursula Maria Probst · S. 374
Ausstellungen: Salzburg , 2008

Ursula Maria Probst

Gülsün Karamustafa, Mobile Stages

Identitätstransfer im Pantherlook

Salzburger Kunstverein, 17.7. – 14.9.2008

Transkulturelle Einflüsse durch Globalisierung, EU-Erweiterung und Migration bewirken Formen hybrider Identitäten, die uns erneut über Subjektdefinitionen nachdenken lassen. Nach ihren Installationen über Migration und politische Isolation bearbeitet die Künstlerin Gülsün Karamustafa die Symptome transkultureller Dynamiken und deren Auswirkungen auf die Rolle der Frau in der türkischen Gesellschaft in ihrer Ausstellung „Mobile Stages“. Die Hybridität der Alltagskultur in Istanbul wirkt sich auf den von Gülsün Karamustafa in ihrem Werk analysierten Identitätsbegriff durch das Phänomen der „fluid population“ aus. Gülsün Karamustafa folgt hier Stuart Halls Konzept einer hybriden Identität, die nicht fixiert ist und sich durch unterschiedliche kulturelle Einflüsse verändert. Istanbul, wo Gülsün Karamustafa lebt und arbeitet, bildet den Schauplatz für die im Salzburger Kunstverein installierten Videoprojektionen „Tailor Made“ (2005) und „The City and the Secret Panther Fashion“ (2007).

Die Videoinstallation „The City and the Secret Panther Fashion“ im Hauptraum des Salzburger Kunstvereins basiert auf der fiktiven Story über eine Gruppe von Frauen, die sich in geheimen Treffen gesellschaftlichen und islamischen Reglements entzieht. Lustbetont zelebrieren sie eine sanfte feministische Rebellion, indem sie durch das Überstreifen eines animalischen Pantherlooks und Perücken eine Doppelidentität annehmen. Der Film ist im Stil des Stummfilms gedreht, sodass Gesten und rege Mimiken sowie dazwischen geblendete Textpassagen den Ablauf bestimmen. Dennoch wirken durch den Rückzug in private, geschlossene Räume Themen wie Isolation und identitätspolitische Migration nach. Gleichzeitig wird von Gülsün Karamustafa der künstlerische Umgang mit Medien ausgelotet. Gestylte Fotoshootings fließen in die Bildgenerierung der Videos ein. Emanzipatorisch wird…

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