Ausstellungen: Düsseldorf , 1982

Hervé di Rosa

Galerie Eva Keppel/Düsseldorf

Unter den jungen Franzosen, die gegenwärtig in den internationalen Wettstreit der Jungen (Italiener, Schweizer, Österreicher, Deutschen) eintreten, gehört Hervé di Rosa zu den Spitzenreitern. In der Galerie Eva Keppel, die seit geraumer Zeit die Aufmerksamkeit auf eine andere Art junger Kunst richtet (in Bonn präsentierte sie sich als ‚école normale‘ – Bericht folgt), arbeitete di Rosa vor Ort. Was für sich genommen nicht eben ungewöhnlich ist, warf doch ein bezeichnendes Licht auf die Arbeitsweise dieses Künstlers: eine kreative Abhängigkeit von der Situation, die den Düsseldorfer Bildern tief eingeschrieben ist. Die gewohnte Ruhe und bei aller gewollten Nonchalance klar komponierte Malerei wich der Unruhe und Zerrissenheit, zu lesen wie die kardiographische Aufzeichnung einer Ausnahmesituation. Daß di Rosa auf die gewohnten ‚Texte‘ in seinen Bildergeschichten verzichtete – jedenfalls weitgehend -, beruhte auf kühler Entscheidung. Was sollte die Muttersprache in Bildern, die in Deutschland entstanden. Damit weist der Künstler das aus, was aus seiner Sicht und der ihm nahestehender Künstler gemeint ist: Wie einst in der Frühzeit abendländischer Kultur wird das Bild zum ’normalen‘ Verständigungsmittel – auch und anders als bei den sogenannten Wilden – über die Verquerungen der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation. Daß heute die Sprache des Comics die weitest verbreitete ’normale‘ ist, sei’s drum. Machen wir Gruselbilder gegen die Katastrophe der menschlichen Welt! Nur ganz so simpel wie Donald Duck die Welt erlebt, kann es di Rosa nicht mehr. Deshalb zwicken die Geschichten dann doch und sind nicht einfach Geschichten von lustigen Kerls.

Bemerkung zum Schluß: So weit man…

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von Annelie Pohlen

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