Ausstellungen: Schweiz · von Max Wechsler · S. 146
Ausstellungen: Schweiz , 1982

Schweiz:
D. Roth, E. Caramelle, R. Zaugg

Dieter Roth, Schweizer malgré soi, soll sich für den „Rembrandt-Preis“, der ihm am 16. April in Basel überreicht worden war, mit einem herzlichen „auf Wiedersehen“ bedankt haben. Und trefflicher läßt sich wohl nicht danken; denn so eine Ehrung ist doch schließlich auch ein Auftrag, weiter zu machen – jeden Tag sein Tagwerk zu leisten, sein Häufchen zu setzen. Nun, dieser „Rembrandt-Preis“, verliehen von der „Johann-Wolfgang-von-Goethe-Stiftung“, war Anlaß für das Basler Kunstmuseum, seinen ganzen D.R.-Bestand im Umgang des Lichthofes auszustellen. Die Ausstellung, die wohl aus platznötlichen Gründen in dieser ungeeigneten Wandelhalle stattfindet, wird D.R. insofern gerecht, als sie im Zentrum des Museums steht und durch den Lichthof direkt mit dem Himmel und der Welt verbunden ist. Denn Kunst und Welt sind bei Roth keine Gegensätze. Das eine bedingt das andere. „Die denkbahnen des rauchenden und trinkenden und scheissefressenden Roth“ bewegen sich recht wild im Kopf herum und durchdringen diesen in allen Richtungen, sie fließen „um die in seine Haut eingegangenen dinge herum“. Da ist nichts von einer ordentlichen, sich an das Zentrum herantastenden Kopfspirale, da ist nur Wucherung. So jedenfalls stellt es die Radierung „Warum der Wittgenstein ein Asket sein muß, und warum der Roth kein Philosoph sein kann“ dar. Bei Roth wächst die Kunst auf und aus dem Mist. Das erklärt ihr üppiges Erscheinungsbild, ihre kreatürliche Vielfalt.

Doch diese Wucherungen, die auch Zerfall und Verwesung beinhalten – etwa „Basel am Rhein“, ein Schokoladenbild von 1970, oder eine Wolkenbildung aus verschimmelnden Wurstscheiben – sind nur ein…

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