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Ausstellungen: Großräschen und Andere · von Claudia Wahjudi · S. 339 - 341
Ausstellungen: Großräschen und Andere , 2005

Claudia Wahjudi
Internationale Bauausstellung »Fürst-Pückler-Land«

Zur Halbzeit der IBA im Brandenburger Braunkohlerevier
IBA-Terrassen Großräschen und andere, 2000-2010

Als habe Gott mal eben auf dem Mond einen Kai gebaut, so strecken sich die Terrassen der Internationalen Bauausstellung „Fürst-Pückler-Land“ entlang von Kratern und Kippen im Brandenburger Sand. Fast 300 Meter lang ist die Promenade, die der Architekt Ferdinand Heide aus Frankfurt am Main angelegt hat: eine strenge Linie aus Beton und Stahl am Rand des ehemaligen Tagebau Meuro, eineinhalb Autostunden südlich von Berlin. Gleich Terminals, an denen Schiffe anlegen können, ragen drei Hallen mit Glastüren und Oberlichtern auf der Promenade auf, die Platz für Ausstellungen und ein Café bieten. Mit diesem Vorschlag hatte Heide im Jahr 2000 den internationalen Wettbewerb für die IBA-Terrassen in dem Brandenburger Städtchen Großräschen gewonnen. 2004 wurde der Bau mit einer Präsentation zur Bergbaugeschichte der Region eröffnet. Und eines Tages sollen tatsächlich Schiffe an Heides Promenade anlegen.

Jetzt aber stehen auf den Terrassen erst einmal 80 Spaten stramm, in zehn Reihen zu acht Stück. Sie gehören zu der Werkschau „Bewegtes Land“, mit der die Internationale Bauausstellung (IBA) nach fünf Jahren ihre Halbzeit bilanziert, und sollen den Titel der Schau versinnbildlichen. Eingebettet in das aufwändige Ausstellungsdesign des Berliner atelier le balto, zeigen drinnen Videos, Leuchtkästen und interaktive Medieninstallationen, wie einst Eiszeit und jüngst Kohleabbau die Niederlausitz umgepflügt haben und was die IBA nun aus der Tagebaufolgelandschaft machen will: Im Jahr 2000 ist sie gestartet, um das Revier zwischen Spreewald, Sachsen und Polen als Kulturregion zu definieren.

Erst 1999, ein Jahr zuvor, war…



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