Ausstellungen: Bonn , 2013

Ann-Katrin Günzel

John Bock

»Im Modder der Summenmutation«

Kunst- und Ausstellungshalle der BRD, 3.10.2013 – 12.1.2014

Der Titel ist wegweisend: es handelt sich bei der Ausstellung von John Bock in der Bundeskunsthalle um ein wandelbares Gefüge künstlerischer Arbeiten, einen norddeutsch so genannten Modder im Sinne eines lebendigen und fließenden Gemischs der einzelnen Teile, die als Installationen, Filme, Vorträge, Aktionen etc. zum Teil schon in den letzten Jahren entstanden sind, hier aber eine veränderte Zusammenstellung erfahren und somit zu Ausschnitten eines neuen Ganzen werden. Diesem wurden ergänzend vor Ort entstandene Installationen und Aktionen hinzugefügt, aus deren Zusammenwirken wiederum innerhalb der Ausstellung ein Film entstanden ist. So ist es nur eingeschränkt eine Retrospektive, eher eine Produktion, eine neu entstandene Situation verschiedener Details. Rein Wolfs, Kurator der Ausstellung, spricht von einer „Überblicksschau, die ganz in Bock’scher Manier den geordneten Überblick verweigert.“ John Bock spricht sich für die Irritation aus, die entsteht, wenn bereits gezeigte Arbeiten in einem neuen Kontext und mit aktuellen Produktionen zusammentreffen.

Das zentrale Werk der Ausstellung ist ein Anfang Oktober binnen einer Woche hier gedrehter Film mit dem Titel „Diagnose Cowwidinok“. Er stellt die Summe der Erkenntnisse und Erfahrungen eines Künstlers dar, der mit mathematischen Vorträgen, Lecture Performances, vor Publikum begonnen hatte und daraus in den 1990er Jahren sein künstlerisches Oeuvre entwickelt und erweitert hat, indem zunächst Kostümierungen, dann Bühnenbilder und schließlich Bühnen hinzukamen. Letztere sind chaotische Bühnensituationen voller surrealer Arrangements fragmentarischer (Alltags)Objekte, deren Zusammenstellung aberwitzige Installationen ergeben, die den Hintergrund für Bocks‘ postdadaistische Aktionen bilden, so dass ein surreales, absurdes Welttheater entstanden ist,…

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von Ann-Katrin Günzel

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