Ausstellungen: Karlsruhe · S. 291
Ausstellungen: Karlsruhe , 1986

Ursula Merkel

Konstruktion und Geste Schweizer Kunst der 50er Jahre

Städtische Galerie im Prinz Max Palais, Karlsruhe 12.4. – 22.6.86
Westfälisches Landesmuseum Münster, 13.7 – 7.9.1986
Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen, 28.9. – 23.11.1986

Konstruktion und Geste – mit dieser griffigen Formel ist eine Ausstellung betitelt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, einen Überblick zu geben über die Tendenzen der Schweizer Kunst der 50er Jahre. In Karlsruhe, der ersten Station dieser Schau, kommt das Thema wie gerufen, stehen doch die »Europäischen Kulturtage« in diesem Jahr unter dem modischen Motto »Die fünfziger Jahre«.

Der Ausstellungstitel läßt aufhorchen: Schweizer Kunst – gibt es sie überhaupt in einem Sinn, der über die geographische Herkunftsbenennung hinausgeht? Verbirgt sich dahinter nicht ein Konglomerat, an dem mehrere europäische Kulturkreise in unterschiedlicher Gewichtung mitmischen? Der Versuch, die facettenreichen Ausdrucksmöglichkeiten der Schweizer Nachkriegskunst zunächst mit Hilfe zweier sich polar gegenüberstehender Positionen aufzufächern, erscheint durchaus berechtigt. Denn zum einen wird dieses Schema der kunsthistorischen Situation einigermaßen gerecht, zum anderen schneidet die Ausstellungskonzeption querlaufende Strömungen nicht einfach ab, sondern räumt einigen von ihnen »Sonderposten« ein. Namentlich Werke von Le Corbusier, Max von Moos, Varlin und Alberto Giacometti werden nicht ins Schubladensystem eingeordnet, sondern als Einzelfälle präsentiert. Insgesamt rund zwanzig Künstler sind auf diese Weise jeweils mit etwa drei bis sechs Arbeiten vertreten, wobei die Bildhauerei mit Werken von Giacometti, Jean Tinguely, Robert Müller, Bernhard Luginbühl, Walter Linck, Walter Bodmer, Hans Aeschbacher und Max Bill hier überdurchschnittlich gut vertreten ist.

Die so unterschiedlichen Beiträge der Schweizer Künstler im Jahrzehnt der allgemeinen Neuorientierung lassen sich freilich nicht…

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