Ausstellungen: Wien · S. 230
Ausstellungen: Wien , 1986

Markus Brüderlin

Wiener Frühling

Hacken im Eis, Museum des 20. Jahrhundert
Aug um Aug, Eröffnung der Galerie Krinzinger
De Sculptura, Messepalast
Wien-Fluß, Sezession
Open Air Projekt von Keith Haring und Jenny Holzer
Premieren, Wiener Galeriesamstag und anderes

„Wien bleibt Wien“, diese von Karl Kraus als schrecklichste aller Drohungen ausgesprochene Feststellung dürfte heute einer leichten Korrektur zu unterziehen sein, wenigstens was das kulturelle Leben und speziell den Kunstbereich anbelangt. Schon seit einiger Zeit bilden sich vermehrt in den periphären Hemisphären dieses historischen Wasserkopfes diverse Kunstaktivitäten und institutionelle Verschiebungen, die einen Anschluss an den internationalen Kunstbetrieb, von dem Wien nicht zuletzt durch seine geographisch exponierte Lage abgesondert ist. in Aussicht stellen. Vor allem der Privatinitiative von Galerien war es bisher zu verdanken, daß durch Vermittlung von internationalen Maßstäben der hiesigen Kunstszene immer wieder Vergleichsmöglichkeiten geboten wurden und umgekehrt auch Österreicher heute im internationalen Konzert der führenden Künstler wichtige Stimmen einnehmen. Bisher fehlten aber weitgehend die von neutralen Einrichtungen wie Museen und Kunstvereinen zu leistenden Übersichtsausstellungen von Format, die der Grundlagenarbeit der Galerien durch vermittelnde internationale Information auch die nötige Verbindlichkeit lieferten. In diesem (Wiener-) Frühling kam nun von dritter Seite ein gewichtiger Vorstoß in diese Richtung. Die 1951 als Wiederaufbauprojekt aus der Taufe gehobenen Wiener Festwochen setzten heuer ihren Schwerpunkt auf die zeitgenössische bildende Kunst, dem Stiefkind des Wiener Kulturlebens. Das mit jährlich 50 Millionen Schilling (ca. 7 Mio. DM) ausgestattete Mehrspartenfestival (im Vergleich dazu verfügen die Salzburger Sommerfestspiele über 300 Mio. Schilling), das selbst bisher die Kunst eher peripher abhandelte, ist mit ihrer neuen…

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