Ausstellungen: Hamburg , 1986

Doris von Drathen

Skulpturen in Hamburg

Sie gehören nicht nur zu einer Generation, sie sind in ihrer Ausdruckswelt auch miteinander verwandt: Die zwölf Bildhauer Stephan Balkenhol, Felix Droese, Bogomir Ecker, Ludger Gerdes, Stephan Huber, Hubert Kiecol, Klaus Kumrow, Wolfgang Luy, Olaf Metzel, Hermann Pitz, Bernhard Prinz, Thomas Schütte, die im Hamburger Jenischpark ihre Skulpturen aufgestellt haben, sind sich darüber einig, daß sie nicht als neue Werte suchende Avantgarde vorpreschen wollen. Neues schöpfen – das ist ihre Sache nicht: Alte Werte ins Licht rücken, auf Vorhandenes aufmerksam machen, Traditionen erhalten und sie gleichzeitig in ihren Brüchen zeigen – das ist für sie aufregender als Niegesehenes erfinden.

Ihre Arbeiten sollen Theaterbühnen sein, die Stücke, die hier gespielt werden, sind so neu, wie der Betrachter sie inszeniert, denn er hat die Hauptrolle: Der jüngste der zwölf Bildhauer, der 27jährige Klaus Kumrow, sagt das am deutlichsten: „Ich will Spiegel bauen, will Bühnenteile so deklinieren, daß jeder sein eigenes Theaterstück daran aufhängen kann.“

Diese Haltung und dieses Postulat fügen sich nahtlos in unseren Kennzeichenkatalog der Postmoderne – die zwölf Bildhauer aber wehren sich gegen das Schlagwort und lehnen Kategorisierungen ab. Auf dem Rundgang durch den Skulpturenpark ist Gelegenheit, darüber nachzudenken, ob sie zu Recht solche Etikettierung verweigern.

Ursprünglich hatte Klaus Kumrow die Arbeit, die jetzt im Jenischpark steht, in Papier geschnitten: Eine lange Bahn mit brücken- und gitterartigen Verzierungen, ohne die Schere abzusetzen. Wie ein großer Paravent steht die aus Holz nachgebaute Skulptur in der Landschaft. Was vorher in der Papierbahn geknickt war, ist jetzt aneinandergesetzt und verschraubt, das Auge…

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