Monografie , 1986

Vom Tode aus das Leben suchen

Felix Droese

Versuch der Annäherung an sein Werk von Annelie Pohlen

Es gibt Ansprüche, die zu stellen nicht nur unangemessen, sondern in der auf Vernunft aufbauenden Gegenwart – was auch immer diese Vernunft sei – bekämpfenswert erscheinen. Dies gilt nicht zuletzt für den Anspruch auf ein mehr als nur durch wissenschaftliche und/oder materielle Fakten begründbares Leben, ein Leben, das noch von seinem äußersten Pol, vom Tode her, sinnhaft zu begreifen wäre. Dies gilt um so mehr, als dieser Anspruch in scharfem Widerstreit zu den sich tagtäglich zuschnürenden Netzen von Systemen steht, denen Leben und Tod nicht mehr bedeuten als zwei unter vielen statistischen Werten. Den Anspruch auf, besser die Frage nach einer diese mehr und mehr bedrohenden Fakten sprengenden Sinnhaftigkeit von Leben und Tod dennoch zu stellen, sie in ihren Fundamenten zu untermauern, hat Felix Droese in einer eben nur aus dieser Haltung heraus verstehbaren Vielfalt von Werken unternommen. So entsteht ein Geflecht von bildhaften Zeichen, in Objekten materialisierten Wahrnehmungen und Empfindungen, Ideen, Visionen, von Texten, aus Medien und Publikationen ausgeschnittenen wissenschaftlichen und populären Stellungnahmen, in denen Erinnerungen an humane Visionen vergangener Kulturen, das Erschrecken von der schuldhaften Verstrickung in die Gewalt der Gegenwart und die Suche nach dem Ausbruch in eine sinnhafte Ganzheit von Leben und Tod Ausdruck suchen.

Es geht um die schmerzliche Verantwortung des Menschen, vor allem aber des Künstlers in einer das Leben und den Tod zerstörenden Zeit, in einer Zeit ohne geistigen Horizont. Es geht um die Probe auf die Tauglichkeit der Kunst,…

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von Annelie Pohlen

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