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Ausstellungen: Kopenhagen · S. 371 - 375
Ausstellungen: Kopenhagen , 1983

Kühler Gegenwind aus Kopenhagen

„Projekt 18“ – Versuch einer Entgegnung auf die heftige Malerei

Kopenhagen ist eine nette Stadt. Manche nennen sie das Paris des Nordens – im Kleinformat versteht sich, ohne die herben Kontraste der französischen Schwester, niedlicher und vor allem gemütlicher. Beschaulichkeit bestimmt das Bild, auch in der Kunst. Dabei steht eigenen Initiativen nichts im Wege, im Gegenteil: Platz, sie zu verwirklichen gibt es genug und wird bereitwillig zur Verfügung gestellt. Auch die Kunstförderung, besonders die private, scheint recht gut zu funktionieren. Alles ist möglich und kann gezeigt werden. Und es kommt und es geht – ohne Widerhall zu finden, ohne Kontroversen auszulösen. Wen wundert’s da noch, daß manche Künstler meinen, Dänemark liege abseits des internationalen Kunstgeschehens, werde – mit der einen Ausnahme Per Kirkeby – gar nicht wahrgenommen.

Vor diesem Hintergrund kann man es fast nur als verzweifeltes Aufbegehren gegen die Tentakel des Provinzialismus verstehen, wenn eine Künstlergruppe namens „Ny Abstraktion“ („Neue Abstraktion“) schon seit 1976 versucht, neue Akzente zu setzen. In einem Manifest, das die Gründer der Gruppe (Torben Ebbesen, Klaus Hilligsoe, Tonny Hørning und Finn Mickleborg) im gleichen Jahr verfaßten, werden Form und Farbe, Raum und Zeit als die wesentlichen Elemente ihrer Kunst bezeichnet, denn „nach einer langen Periode, in der eine literarische Bildende Kunst als Ideal galt“ beginne sich eine neue Bewegung zu entwickeln – eben die neue Abstraktion.

Diese Einschätzung traf insofern zu, als damals „minimal“ und „concept art“ tatsächlich die entscheidenden Richtungen waren. Andererseits gab es bereits erste, wenn auch schwache Anzeichen einer neuen, wieder, aber…

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