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Ausstellungen: London · von Edgar Schmitz · S. 442 - 444
Ausstellungen: London , 2005

Edgar Schmitz
Kultur und Politisches

»Back to Black: Art, Cinema and the Racial Imaginary«

Whitechapel Art Gallery, London, 7.6. – 4.9.2005
New Art Gallery, Walsall, 30.9. – 20.11.2005

Mit Back to Black ist so etwas wie ein unmöglicher Überblick angelegt, der nicht zuletzt deshalb unmöglich ist, weil sein vorgebliches Objekt, die Vorstellungswelt einer schwarzen Kultur, wie sie in den 60er und 70er Jahren in Kunst und Kino angedacht und umgesetzt wurde, kein Objekt ist, sondern sich immer nur als Vorstellungswelt zeigt, und zeigen heißt hier vor allem manifestieren, ohne kohärente Struktur und autorisierende Rahmenerzählung.

Die Ausstellung stellt sich dem Problem als Montage. Sie ist als lose Abfolge von verschiedenen Abteilungen aufgebaut, die das Phänomen in seinen Vorläufern in der amerikanischen Nachkriegskultur, in Mode und Kino, Musik und politisch ausgerichteten Kunstproduktionen auffächern. Im Zusammenkommen dieser verschiedenen Ausrichtungen führt die Ausstellung damit Kombinationen und Mischformen vor, die gerade nicht ein zusammenhängendes Identitätsmuster entwickeln, sondern vielmehr hinterfragen, wie kohärent solch ein Muster überhaupt je sein konnte.

Besonders im Filmteil stehen sich unter dem Titel „Exaltation/ Blaxploitation“ Manifestationen gegenüber, die sich nur noch als collagierte Fragestellung lesen lassen. James Bond und schwarze Dracula Filme, rassisch kodierte Sexploitation und Black Science Fiction präsentieren ein Nebeneinander von verschiedenen rassischen und kulturellen Stereotypen wie auch verschiedenen Filmkonventionen, die hier zusammenkommen, ohne sich zu neuen Mustern zu schließen. Das gilt für die jeweiligen Filme selbst wie auch für die getroffene Auswahl, in der sich mit „Live and Let Die“, „Foxy Brown“, „Shaft“, „Blacula“ und ähnlichem Arthouse, Mainstream und Blaxploitation gegenüberstehen und immer wieder…


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