Ausstellungen: Düsseldorf · S. 287
Ausstellungen: Düsseldorf , 1985

Martin Walde

Galerie Heike Curtze, Düsseldorf

1982 sah man Zeichnungen des eben 25jährigen Österreichers Martin Walde auf dem Internationalen Kunstmarkt in Düsseldorf. Über die Galerie Krinzinger kam Walde in das Förderprogramm für junge Kunst, wo er sich in der Art der Inszenierung seiner kleinen Zeichnungen Beachtung, aber nicht den Durchbruch ‚verdiente‘. 1984 tauchte sein Werk zum zweiten Male in der Bundesrepublik auf im Rahmen der Ausstellung »Neue Wege des plastischen Gestaltens in Österreich«, die im Bochumer Museum gastierte. Da brachte ihn die gekonnt unglückliche Inszenierung der Gesamtschau um die ‚verdiente‘ Wirkung. Dafür gelang Martin Walde, der inzwischen 27jährig auf beachtliche internationale Erfolge zurückblickt, in der Düsseldorfer Galerie Heike Curtze nun die Inszenierung seines fragilen Werkes, die seinen Rang diskutieren läßt. Jan Hoet führte mit der gebotenen Vorsicht gegenüber den kleinen stillen Formaten in das Werk ein und vermied mit Bedacht eine Qualifizierung, die doch für Walde von außerordentlicher Bedeutung sein könnte. Zu denken ist an den Begriff, die Vorstellung von Kosmischem, von jener Transzendenz, die nach Ganzheit und Harmonie, Allumfassendem und Transparenz strebt; einer Vorstellung, in der Religiosität anklingt und Idealität gemeint ist. Doch welcher Zeitgenosse verspürt nicht, bei allem Drang dies auszusprechen, die Magenschmerzen, die hohe Sprüche in banalen Zeiten verursachen.

Martin Walde ist ein Einzelgänger in der jungen österreichischen Kunstszene. Dort, wo seine meist kleinformatigen Arbeiten dem Zeichnerischen in Figur und Ornament verpflichtet sind, läßt er gelegentlich an Caramelle denken. Prägend in der Welt des Jüngeren ist indes weniger die konzeptuelle Dichtkunst des Älteren, denn eine meditative Spiritualität, in der sich…

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