Nachrichtenforum: Museen & Institutionen , 2007

1919 malte Emil Nolde das Porträt „Nadja“. Es wurde vom damaligen Außenminister Walter Rathenau erworben. Nach dessen Ermordung 1922 erbte sein Bruder die Kunstsammlung. In den siebziger Jahren war das Bild bei einer Speditionsfirma in Freiburg eingelagert, wo es zwischen 1977 und 1979 auf rätselhafte Weise abhanden kam. Jetzt fand ein Pensionär in der Gegend von Ladenburg (Baden-Württemberg) das Gemälde zufällig beim Aufräumen auf seinem Dachboden und übergab es der Polizei. Die Echtheit ist inzwischen bestätigt; der Marktwert wird auf eine halbe Million Euro beziffert. Da das Diebstahlsdelikt nach fast 30 Jahren verjährt ist, konzentrieren sich die Ermittlungen nun darauf, anspruchsberechtigte Erben ausfindig zu machen.

Deutsche Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hat nach langem Streit mit dem Bundesverkehrsministerium eingelenkt: Die Ausstellung „11.000 jüdische Kinder – Mit der Reichsbahn in den Tod“ wird nun doch auf deutschen Bahnhöfen zu sehen sein. Mehdorn war bislang „aus Sicherheitsgründen“ gegen die Ausstellung gewesen, in der die Rolle der Deutschen Reichsbahn beim Holocaust dokumentiert wird. Die SPD-Kulturexpertin Monika Griefahn betonte, mit den Bahnhöfen als Ausstellungsorte würden die heutigen Menschen an den gleichen Orten mit der Deportation der Kinder konfrontiert, an denen diese sich damals in der Zeit des Nationalsozialismus tatsächlich und öffentlich abgespielt habe: „Es ist wichtig, die Erinnerung daran nicht in Museen zu verbannen“.

Nach elfjähriger Restaurierung sind nun wieder alle zwanzig Attika-Skulpturen auf den Balustraden des Daches von Schloss Charlottenburg Berlin zu sehen. Ab 1970 wurden diese 2,5 m hohen Plastiken als „moderne“ Neuschöpfungen aufgestellt – sie sind dem Barock nur nachempfunden. 1996 stellte man eine Absturzgefahr…

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