Ausstellungen: Hamburg · von Hajo Schiff · S. 268
Ausstellungen: Hamburg , 2014

Hajo Schiff

Neu Kunst in Hamburg

»Stipendiaten des 13. Zyklus«

Galerien der Admiralitätstraße, Hamburg, 10.1. – 18.1.2014

Schon von der Straße ist zu sehen: In der Galerie Sfeir-Semler hängen große, fruchtig rote Bilder mit kleinen gelben Tränen. Das scheint zu der erfolgreichen Galerie zu passen, die viel mit libanesischen Konzeptkünstlern, aber auch mit Farbfeldmalerei arbeitet. Doch diesmal ist alles ganz anders. In Wahrheit sind diese Bildtafeln große Readymades: Es sind die Klappen von kleinen Verkaufsständen in der Form übergroßer Erdbeeren, die ein norddeutscher Erdbeerhof in der Saison überall in Hamburg aufbaut. Diese etwas schalkhafte Umkodierung des Banalen hat ein Künstlerpaar vorgenommen, das gar nicht zum Programm der Galerie gehört: Gerrit Frohne-Brinkmann und Philip Pichler sind die Urheber dieser Aktion, mit der sie sich als gelehrige Schüler ihres Fallensteller-Professors Andreas Slominski beweisen (Der hat übrigens im Januar gerade Hamburgs renommierten Lichtwark-Preis bekommen). Die jungen Künstler sind zudem in der Galerie nur zu Gast: Sie sind Stipendiaten der „Neuen Kunst in Hamburg“. Diesem Privat-Verein überlassen die meisten Galerien der Admiralitätstraße – wie schon 2008 und 2010 – für eine gute Woche ihre Räume zur Präsentation seiner Preisträger. Dahinter steckt eine längere Geschichte.

Provinz ist, wo nicht genug für die zeitgenössische Kunst getan wird. Und das ist Hamburg – fanden 1986 einige Kaufleute und Kunstfreunde. Sie gründeten den Verein „Neue Kunst in Hamburg“, förderten Künstler und machten aktuelle Ausstellungen, beispielsweise auf dem Gelände der Kulturfabrik Kampnagel. Das war ein wichtiges Statement. Denn damals gab es die Galerie der Gegenwart, die Deichtorhallen und das Kunsthaus und den Kunstverein…

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