Ausstellungen: Rotterdam/Berlin/Barcelona/Marseilles · von Renate Puvogel · S. 357
Ausstellungen: Rotterdam/Berlin/Barcelona/Marseilles , 1995

Renate Puvogel

Paul Thek

»The wonderful world that almost was«

Witte de With, Rotterdam, 5.6. – 8.10.1995

Neue Nationalgalerie, Berlin, 7.12.1995 – 18.2.1996

Fundació Antoni Tàpies, Barcelona, 21.6. – 2.9.1996

MAC, Marseilles, 15.10. – 15.12.1996

Zur Zeit macht die Plakataktion „I am you – Künstler gegen Gewalt“, die seit zwei Jahren durch Europas Städte wandert, auch in Aachen Station. Zwanzig renommierte Künstler haben Plakate entworfen, mit denen sie Gewalt, Fremdenhaß und Ausländerfeindlichkeit anprangern. Wäre Paul Thek noch am Leben, hätte er sicherlich gerne an der Initiative teilgenommen. Seine humane, betont antinationale Gesinnung wäre allein schon ein ausreichender Grund für diese Annahme; wesentlicher ist aber, daß sein gesamtes künstlerisches Ouvre von der C.G. Jungschen These geprägt war, daß das kollektive Unbewußte Quelle individuellen Handelns sei; außerdem war es von dem Verlangen getragen, gemeinschaftlich zu agieren und mit dem und den Anderen daran zu arbeiten mit dem Ziel, der Gerechtigkeit unter den Menschen ein Stück näher zu kommen, war er doch selbst als rastloser Wanderer zwischen den Welten ein Betroffener.

Wiederholt zog der 1933 in Brooklyn, New York, geborene Künstler zwischen Europa und den USA hin und her, bis er schließlich nur noch sporadisch in New York auftauchte. Seine Kunst hat viele Einflüsse europäischer Geister in sich aufgesogen, sei es die christliche Bekenntnislehre von Augustinus, die Suche nach Archetypen im Sinne C.G. Jungs, seien es die auf prozeßhafte Intensivierung ausgerichtete Arbeit des Cy Twombly, die naturnahen Materialien der arte povera oder Joseph Beuys‘ Gabe, durch einen inszenatorischen, rituellen Umgang mit elementaren Materialien diesen eine geistige Bedeutung mitzuteilen. Schließlich war er…

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