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Ausstellungen: Arnsberg · S. 336 - 336
Ausstellungen: Arnsberg , 1989

Heinz Liesbrock
Peter Telljohann

„Relatione Balbao“
Kunstverein, 15.1.-26.2.1989

Peter Telljohann lebte während des Jahres 1988 als Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Seine in dieser Zeit entstandenen Arbeiten zeigt er nun erstmals im Kunstverein Arnsberg Wer nun ältere Ausstellungen von Telljohann erinnert, wird heute zunächst eine Entwicklung vom malerisch bestimmten Tafelbild zu Objekten erkennen, die, obwohl noch flächengebunden, durch einen deutlichen Raumbezug bestimmt sind. Doch erscheint diese Entwicklung inkonsistent; was wir heute sehen, hat seinen Keim durchaus in jenen früheren Bildern. Telljohanns Malerei, wie man sie etwa in einer gemeinsamen Ausstellung mit Jochen Fischer 1983 in Münster sehen konnte, war in ihrem Kern konstruktiv bestimmt. Es ging darin nicht um unmittelbaren persönlichen Ausdruck, sondern um einen genau reflektierten und ebenso exakt gefühlten Zusammenhang der Bildelemente. Monochrome, anonym bemalte Bildgründe standen in einem Zusammenhang mit Formen sowohl geometrischer als auch biomorph anmutender Qualität. Strenge und Poesie gelangten so in eine geglückte Verbindung. Durchaus sichtbar war in diesen Bildern aber auch bereits eine tendenzielle Verselbständigung einzelner Bildelemente. Sie gewannen aufgrund ihres besonderen farblichen Charakters einen objekthaften Charakter, erschienen von der Bildfläche gelöst, in den Raum sich begebend.

Diese Tendenz gewinnt nun in der Arnsberger Ausstellung ihre volle Aktualität. Telljohann reiht hier Elemente unterschiedlichsten Charakters auf einer horizontalen Gerade aneinander. Der Schwerpunkt seines Interesses scheint nun verlagert von einer farblich-malerischen Gestaltung hin zur Untersuchung unterschiedlichster Stoffe auf ihre materialen und formalen Qualitäten. So finden wir Preßspan, Plexiglas, Pappe oder Holz in jeweils unterschiedlichen Objekten abwechselnd nebeneinander gesteckt und so ihre ganz eigene stoffliche Qualität gegenseitig hervorhebend….


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