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Ausstellungen: New York · S. 305 - 305
Ausstellungen: New York , 1989

Marius Babias
Polly Apfelbaum, Richard Rezac

Loughelton Gallery, 10.9.-9.10.1988

Die Loughelton Gallery, ‚Loughelton‘ ist eine Namensschöpfung und vereinigt Vor- und Nachsilben aus den Namen der beiden Betreiberinnen, befindet sich mitten in East Village, jenem Bezirk, in den sich, nachdem die Loft-Mieten in SoHo durch Einwanderung einer Kunst- und Modeschickeria ins Astronomische geklettert sind, eine bunte Künstlerszene eingeheimatet hat. So sehr East Village auch ein Mischbild von Vitalität, Expression und bitterer Armut bietet, so merkwürdig deplaziert wirkt das Ausstellungsprogramm, das eine Art deduktive Gegenposition zu formulieren versucht. Die Loughelton Gallery ist kein Ort, in dem das Lokalkolorit zelebriert wird, sondern Forum für einen minimal abgeleiteten künstlerischen Ausdruck. Eine Milieutheorie hätte, dies nebenbei bemerkt, keine Schwierigkeit, den scheinbaren Widerspruch begrifflich als eine Art psychischen Reflex zu subsumieren.

Die Prämisse, daß die Vielfalt, wie sie ein esoterisches und ein exoterisches Umfeld, also Kunstgeschichte und Realität, bieten, in eine reduzierte Form überzuführen sei, trifft für Polly Apfelbaum und für Richard Rezac zu. Beide überwinden das Chaos, wenn man die Gleichzeitigkeit und Gleichwertigkeit unterschiedlicher Materialien so bezeichnen kann, durch die Konzentration auf wenige elementare Aussagen. Zwangsläufig stellt sich die Frage nach der dabei erzielbaren Wirkung. Ist diese tatsächlich dann am größten, wenn die Mittel reduktiv gehandhabt werden? Und daran anschließend: Rechtfertigt die beabsichtigte Wirkung die Wahl der Mittel?

Auf diese Fragen gibt das von Polly Apfelbaum entwickelte Verfahren eine recht einfache, aber dennoch plausible Antwort. In einer bestimmten Systematik bohrt sie Löcher in ihre Holzskulpturen hinein. Bei „Sad Moons“ besteht die Systematik sowohl in der zunehmenden/abnehmenden Anzahl der Löcher…


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