Ausstellungen: Schleswig , 2011

Jens Rönnau

Robert Zeppel-Sperl

»Grüße aus Bali«

Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Schloß Gottorf, Schleswig, 25.5. – 27.7.2011

Er ist einer der Künstler, die sich einen eigenen künstlerischen Kosmos geschaffen haben: Robert Zeppel-Sperl. In eine fröhlich-naive, aber auch fremde Welt entführen die Bilder des Österreichers. Seinen Bildern, die zumeist auf Bali entstanden, widmet jetzt das Landesmuseum auf Schloss Gottorf eine Schau aus den Beständen der Sammlung Großhaus.

Es könnte eine Variante der Darstellung des christlichen Abendmahls sein oder der Hochzeit zu Kana: Vor der Stadtkulisse von Venedig sitzen um eine gedeckte Tafel nackte Frauen und Männer, davor ein Drache und ein geflügelter Löwe. Auf dem Tisch befinden sich geheimnisvolle Gefäße nebst dem Kopf eines Menschen und eines Schweines. „Essen in Venedig“ nannte Robert Zeppel-Sperl das großformatige Bild, dass er 2000 malte – fünf Jahre vor seinem Tod.

Der 1944 in der Steiermark geborene österreichische Maler hatte in den 60er Jahren an der Wiener Kunstakademie studiert, war Mitglied der Wiener Secession und der Gruppe „Wirklichkeiten“. Damaligen Tendenzen des Phantastischen Realismus und der Abstraktion entzog er sich. Er lebte in Wien, auf Bali und in Venedig, wo er unter anderem auch Figuren aus Murano-Glas entwarf, wofür es in der Ausstellung leider nur ein einziges Beispiel gibt. Nach Arbeitsaufenthalten in Amerika und auf der kroatischen Insel Korcula reiste er 1989 erstmals mit Freunden nach Bali, in das er sich erst nach einer zweiten Reise verliebte um dort zwei Jahre später ein Atelier zu bauen und fortan regelmäßig die Wintermonate dort zu arbeiten.

Schon zuvor hatte er sich mit anderen Kulturen befasst, diese…

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