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Ausstellungen: Köln · von Jürgen Kisters · S. 345 - 345
Ausstellungen: Köln , 1991

Jürgen Kisters
Stellvertretende Dürstende

Arbeitsprojekt ungarischer Künstler
Moltkerei-Werkstatt, Köln, Mitte Mai bis Anfang Juni 1991

Ebenso wichtig wie die Chance, sich als Künstler öffentlich präsentieren zu können, ist die Möglichkeit, einen angemessenen Arbeitsraum zu haben. Das Konzept der Kölner Moltkerei-Werkstatt sieht vor, beides vor allem auswärtigen Künstlern für einen jeweils begrenzten Zeitraum zur Verfügung zu stellen. Zuletzt war es eine Gruppe ungarischer Künstler, die einige Wochen in den Räumen der Moltkerei lebten und arbeiteten.

Die Künstlergemeinschaft der „Stellvertretenden Dürstenden“ besteht aus sieben Personen (Balazs Fekete, Attila Nagy, Tibor Varnagy, Rolland Pereszlenyi, Attila Danka, Is Elek, Balazs Beöthy), die sich 1984 über die Arbeit im Studio ihres gemeinsamen Kunstlehrers zusammenfanden. Ihr Konzept ist offen wie ihre Arbeitsweise und Ausbildung. Mehrere sind Autodidakten. „Der Kreis der Stellvertretenden Dürstenden ist nicht heterogen, nicht endgültig, will keine Institution sein, ist nicht konsequent, hat kein Profil“, heißt es im Manifest der Budapester Gruppe. „Er beruht auf gelegentlichen Aktionen (Ausstellung, Einweihung, Lesung, Konzert, Depressionsabende, …) und zwischen den Mitgliedern und den Ohnegliedern ist kein wesentlicher Unterschied.“ So kraus wie das Manifest der Gruppe ist auch die Arbeit der Gruppe.

Ein Projekt besteht meistens darin, daß die Künstler eine Zeitlang sehr intensiv zusammenleben, oft auf engstem Raum. Einen Plan gibt es vorher nicht. Sie sammeln und bemühen für ihre Performances und Installationen alles, was ihnen gerade einfällt und in die Hände kommt: Schrott vom Sperrmüll, Fundstücke aus dem Rinnstein, billige Gegenstände vom Flohmarkt und aus dem Supermarkt. Die „Armut“ bestimmt zum Teil die Mittel: schlicht, unaufdringlich, sympathisch. Dem Verständnis der Budapester…



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