Kunstforum-Gespräche , 2015

Tim Renner

Die Kreativität der Künstler ist der Rohstoff der Zukunft

Ein Gespräch mit dem Berliner Staatsekretär für kulturelle Angelegenheiten über Chancen und Risiken nicht nur der bildenden Künstler in Berlin und überhaupt

von Ronald Berg

Tim Renner ist seit April 2014 Staatsekretär für kulturelle Angelegenheiten in Berlin. De facto macht er den Job eines Kultursenators in der Landesregierung. Diese Sondersituation ergibt sich aus der Umschiffung der Berliner Verfassung, die eine Anzahl von nur acht Senatoren vorschreibt. Der bis letzten Dezember Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, nominell zugleich Kultursenator, hatte Renner mitten in der Legislatur geholt. Der jetzige Regierende heißt Michael Müller, ist ebenfalls von der SPD und lässt auch beim Kulturstaatssekretär alles beim Alten. Renner ist 1964 in Berlin geboren und weitgehend in Hamburg aufgewachsen. Von 2001 bis 2004 war er Geschäftsführer der Universal Music GmbH. Renner brachte die Universal in dieser Zeit von Hamburg nach Berlin. Zuvor war er unter anderem Manager bei der Plattenfirma Polydor und der Band Rammstein. Seit 2009 war er Professor an der Popakademie Baden-Württemberg. Als Staatssekretär sieht Renner sich nun vor allem Erwartungen aus der freien Szene gegenüber und Forderungen der bildenden Künstler, deren Lebens- und Arbeitsbedingungen für das Gros immer prekärer werden, obwohl sie maßgeblich am Hipness-Faktor Anteil haben, für den die Hauptstadt international vor allem bei der Jugend beliebt ist.

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Ronald Berg: Ist Berlin als Großstadt in Sachen Kultur typisch oder eher untypisch?

TIM RENNER: Die Kultur eröffnet einer Metropole wie Berlin große Chancen, die wir nicht verschenken dürfen. Städte wie London, Paris oder New York sind da…

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