Ausstellungen: Wien · von Ursula Maria Probst · S. 330
Ausstellungen: Wien , 2012

Ursula Maria Probst

Vanity

»Mode/Fotografie aus der Sammlung F.C.Gundlach«

Kunsthalle Wien, 21.10.2011 – 1.4.2012

Der Modefotografie als ästhetisches Medium widmet sich die Ausstellung „Vanity“ in der Kunsthalle Wien mit der Intention, diese von ihrem Legitimationsdruck im künstlerischen Kontext zu befreien. F.C.Gundlach, der selbst als Modefotograf unzählige Covers und Bildstrecken für Modezeitschriften gestaltete, betrachtet als Sammler die Mode vor allem als Indikator für gesellschaftliche Verhältnisse und lotet in der Modefotografie deren künstlerischen Spielräume aus. 1966 fotografierte er das Modell Brigitte Bauer in einem Op-Art Badeanzug und übersetzte Effekte eines von der Op Art inspirierten Modedesigns zurück ins Bild. Die Aufnahmen der Op- und Pop-Art-Fashion entstanden zu einer Zeit, die symptomatisch für die Annäherung von Kunst und Alltags-, Waren- und Massenkultur war. In seiner Sammlung schließt F.C.Gundlach Kunst und Mode kurz. In der Ausstellung „Vanity“ ist davon eine Auswahl von 200 Werken zu sehen.

Wie sich im offenen Display der Ausstellung durch die Legung verschiedener Fährten zeigt, ist die Geschichte der Modefotografie gleichzeitig Ausdruck kultureller Codes. Mode als soziales und ökonomisches System, das durch eigene Kriterien und Gesetzmäßigkeiten funktioniert, trifft hier auf besondere ästhetische und formale Verfahrensweisen in der Bildkomposition. Während die Modefotografie heute von Kino, Malerei, oder einer dokumentarischen Ästhetik geprägt ist, steht am Anfang ihrer Geschichte eine Vermischung von Porträt und Theater. Die Frage nach dem Umgang mit Raumerschließung und Raumverweigerung, Lichtregie und Körperdefinition, Bühnenhaftigkeit und Motivfindung als Eigenschaften der Modefotografie zieht sich durch die Ausstellung. Bildsprachen mit der die Modefotografie ihre performative Vorlage im Laufe der Geschichte in eine zweidimensionale Fläche übersetzt hat,…

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