Kassel
Arnold Bode Unframed
Malerei und Graphik des documenta Gründers
Neue Galerie 03.06.–09.10.2022
von Reinhard Ermen
Mit dem künstlerischen Werk von Arnold Bode (1900–1977) ist schwer umzugehen, es steht im Schatten der „documenta“. Seit 1955 ist das so, das Weltkunstereignis, das er selbst initiierte, ja erfand, verstellt den Blick auf seine eigene Kunst. Genau deshalb zeigt die Neue Galerie in Kassel Bodes „Malerei und Graphik“, also „mehr als 80 Werke aus sechs Jahrzehnten von der „Studienzeit“ bis zum „umfangreichen Spätwerk“. Platz für diese aufschlussreiche Nachhilfestunde ist genug vorhanden, denn die „documenta fifteen“ macht um das schöne Haus, das lange Zeit als wichtige Station des „100 Tage Museums“ unverzichtbar zu sein schien, einen Bogen. Die „Museeumslandschaft Hessen Kassel“ tut sich mit dem documenta archiv, der Galerie Rasch und der Kunsthochschule Kassel zusammen, um die Kräfte für die Ausstellung, deren Design und den Katalog zu bündeln.
Der Künstler macht eine Karriere mit Umwegen. Nach dem Studium an der Hochschule in Kassel stellen sich erste Erfolge ein, er hat eine Stelle am „Städtischen Werklehrerseminar“ in Berlin, wo man den Modernisten 1933 vor die Tür setzt. Zurück in Kassel schlägt er sich als Mitarbeiter im Architekturbüro seiner Brüder durch. Glück im Unglück: Den Kriegsdienst verbringt er als Fahrer an der französischen Front, er baut an Soldatenheimen mit, die er, eigentlich unter einer Art Kunstverbot stehend, sogar ausmalen darf. Dann der Neustart, – die Professur an der Kunstakademie seiner Heimatstadt, deren Neugründung er seinerzeit mit angeregt hat und schließlich die „documenta“. Die Lust zu kuratieren, hat sich schon Ende…
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