Gespräche mit Künstlern · von Fabian Stech · S. 197
Gespräche mit Künstlern , 2014

Yan Pei-Ming

Ausweitung der Kampfzone

Ein Gespräch von Fabian Stech

Seit unserem ersten Interview im Kunstforum im Jahre 2001 hat sich die Malerei von Yan Pei-Ming verändert. 1960 in China geboren gehört er zur ersten Generation von chinesischen Künstlern, die im Ausland ihre Karriere aufbauen und sich auch international durchsetzen. Der früh verstorbene Chen Zhen war ein Vorbild für diesen lockeren Kreis von Künstlern und Intellektuellen, zu dem neben Yan Pei-Ming, Wang Du, Huang Yong Ping, Yang Jiechang und der Kurator Hou Hanru gehören. Vereint sind alle diese sehr unterschiedlich arbeitenden Künstler durch ihre Herkunft und ihre Wurzeln in der chinesischen Avantgarde. 2005 kehrt Yan Pei-Ming zum ersten Mal als Maler in ein Land zurück, das er 1980 als angehender Student verlassen hatte. Shanghai richtet ihm eine erste Retrospektive aus. Was die Veränderungen der Malerei von Yan Pei-Ming betrifft, so liegen diese nicht nur in den neuen historischen Themen, sondern auch in den neuen Techniken. Zur Kohlezeichnung und Ölmalerei kam das Aquarell hinzu. Aber auch die Tendenz zur realistischen Abbildung setzt sich parallel zur Thematik immer stärker gegen die unmittelbare Expressivität des Pinselstrichs durch. Nur Landschaften bleiben abstrakt. Das Interview in seinem Atelier in Dijon hat die neuen Entwicklungen in der Malerei Yan Pei-Mings und die globalen Veränderungen des Marktes als Bedingung von Malerei zum Thema.

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FABIAN STECH: Als wir das letzte Mal zusammen gesprochen haben, hattest Du im Juni 2009 gerade die Ausstellung im Louvre « Les funérailles de Monna Lisa » beendet. Du sagtest damals, das wichtigste an der Ausstellung sei die…

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